"Wenn Drei nicht wollen oder dürfen, so freut sich der
Vierte" - so oder ähnlich könnte man nach der Frauen-Regionalligasaison die
Aufstiegsregelung zur 2. Bundesliga umschreiben.
Der sportliche Meister und eigentliche Aufsteiger SG Harburg hat für die 2 Liga
beim DHB keine Lizenz beantragt, geht doch die Damen-Mannschaft zur neuen
Saison in die neue SG Rosengarten über, die dann allerdings dem Regionalverband
Nord angehören wird.
Dieser SG Rosengarten wurde vom DHB die Zweitligalizenz verweigert.
Folglich hätte die HSG Holstein/Kronshagen als Vizemeister Anspruch auf den
Aufstiegsplatz, doch den HSG-Verantwortlichen schien das finanzielle Risiko zu
groß. Auch wenn die HSG in der kommenden Spielzeit auf Regisseurin Lene Ege,
die nach Buxtehude wechselt, verzichten muss, hätte Trainer Jan Strunk die
sportliche Herausforderung gerne angenommen.
Nach den Kielerinnen hätte jetzt die SG Kisdorf/Leezen die Chance auf den
Aufstieg gehabt, doch auch der Tabellendritte wird auf das Abenteuer 2. Liga
verzichten.
So kommt nun, sportlich sicherlich fraglich, der Viertplazierte der regulären
Saison, Fortuna Neubrandenburg, in den Genuss des Aufstiegs.
„Kieler Nachrichten vom 13.5.01“
Handball-Regionalligist HSG Holstein Kiel / Kronshagen hat es
versäumt, eine große sportliche Chance beim Schopfe zu packen, um nach
dreijähriger Abstinenz wieder in die Zweite Bundesliga Gruppe Nord der Frauen
zurückzukehren.
Nachdem die SG Harburg als Regionalliga-Meister keine Lizenz für die Zweite
Liga beim Deutschen Handball Bund beantragt hatte, wurde ein entsprechender
Antrag der SG Rosengarten - unter diesem Vereinsnamen startet die
Spielgemeinschaft in der kommenden Saison - vom Frauen-Ligaausschuss einstimmig
als unzulässig verworfen.
„Natürlich sind wir nicht erfreut, dass der Meister sein Aufstiegsrecht nicht
wahrnehmen kann, aber die SG Rosengarten hat nie in der Regionalliga
gespielt", begründete der Lizenzausschussvorsitzende, Harald Wallbaum.
Folgerichtig hätte die HSG Holstein als Vizemeister von dieser Situation
profitieren können. Aber es lag bis Mitte April kein finanzielles Konzept für
den Fall der Fälle vor.
Als die Anfrage des DHB und die Probleme der SG Harburg publik wurden,
schaltete sich zwar der Vorstand von Holstein Kiel in die Planungen ein, konnte
aber innerhalb von 72 Stunden keine Wunder bewirken. „Wir hätten immerhin die
persönliche Zusage des Vorstandes für die erforderliche Bürgschaft sowie
weitere Sponsorengelder, die den Gesamtverein nicht belasten,
zugesichert", erklärte der erste Vorsitzende, Sven Jacob.
Dass das finanzielle und sportliche Abenteuer trotzdem vorzeitig scheiterte,
lag letztlich am zaudernden Vorstand der HSG sowie den Vorbehalten des
Fördervereins:
„Das Risiko war einfach zu groß und die Kosten in der Kürze der Zeit kaum
kalkulierbar. In Zukunft wollen wir uns früher kümmern, um Mittel und Wege zu
finden", sagte Klaus Rohde als HSG-Vorsitzender.
Der Trainer der Krabben, Jan Strunk, meinte: „Das war eine sehr gute
Gelegenheit. Wir hätten die sportliche Herausforderung angenommen."
Da auch der Tabellendritte SG Kisdorf/Leezen verzichtet hat, kommt nun Fortuna Neubrandenburg
zu Zweitliga-Ehren.
Immerhin eine Kielerin genießt zukünftig sportliche Professionalität. Die
norwegische Regisseurin Lene Ege ist sich über einen Wechsel zum Bundesligisten
Buxtehude einig.
„Handball-World.com vom 13.5.01“
Laut einer dpa-Meldung darf der RL-Nordost-Meister SG
Harburg nicht in die 2. BL aufsteigen. Dafür würde dann der 4. der
Nordost-Staffel Fortuna Neubrandenburg aufsteigen, da der Zweite
Kiel/Kronshagen und Dritte Kisdorf/Leezen verzichteten.
Der Vierte der Regionalliga Nordost der Frauen, der SV Fortuna 50
Neubrandenburg, steigt nach einem Beschluss des DHB in die Zweite Liga auf. Der
eigentliche Meister dieser Staffel, die SG Harburg, verzichtet auf
Leistungssport und wechselt mit dem Kader und dem Trainerstab zur
niedersächsichen SGH Rosengarten (wir berichteten).
Am Freitagabend hat der DHB nun entschieden, dass Rosengarten nicht aufsteigen
darf, weil ein solcher Wechsel vom NOHV zum NHV in der Zweiten Liga nicht rechtens
sei.
Die SGH Rosengarten spielt damit in der kommenden Saison in der Regionalliga
Nord (bisher: 2.Bezirksklasse!), während durch den Verzicht der SG Harburg in
der Regionalliga Nordost ein Platz frei wird. Kurioserweise verzichtete sowohl
der Zweite als auch der Dritte der Regionalliga Nordost auf den Aufstieg.
Die HSG Holstein Kiel-Kronshagen (Vizemeister der Regionalliga Nordost) wird
vermutlich ihre Spielmacherin Lene Ege zum Challenge-Cup-Finalisten Buxtehuder
SV abgeben und sieht sich auch in finanzieller Hinsicht nicht in der Lage, in
der Zweiten Liga zu bestehen. Auch die drittplatzierte SG Kisdorf-Leezen
verzichtet auf einen Aufstieg.
Somit ist Fortuna (Neubrandenburg) im Glück, als Vierter aufsteigen zu dürfen -
und das mit nur 33:19 Punkten in der abgelaufenen Spielserie. "Wir reden
schon seit Jahren davon, in die zweite Bundesliga aufzusteigen. Deshalb sollten
wir diese Chance jetzt auch nutzen. Damit haben die vielen Talente in unserem
Verein eine sportliche Perspektive", erklärte SV-Trainer Levold. Ob der
42-Jährige selbst als Trainer für diese Aufgabe zur Verfügung steht, ließ er
offen. Sportlich hält der Neubrandenburger Coach die Aufgabe für durchaus
lösbar und sieht seine Mannschaft nicht als Kanonenfutter. "Wir haben in
vielen Spielen in der Regionalliga nachgewiesen, dass die Mannschaft das Niveau
für die zweite Liga hat. Was uns noch fehlt, ist die Konstanz", meinte er.
Trotzdem will sich Levold nach geeigneten Verstärkungen für die Mannschaft
umsehen.
„Kieler Nachrichten vom 6.5.02“
"Krabben" könnten vom SG-Rückzug profitieren
28:18-Sieg zum Saisonabschluß gegen Travemünde
Die Handballerinnen der HSG Holstein Kiel/Kronshagen beendeten die Saison 2001/2002
in der Regionalliga der Frauen so, wie sie gestartet waren, mit einem
überzeugenden Kantersieg.
Beim 28:18 (14:8)-Triumph in eigener Halle über den Tabellenfünften TSV
Travemünde zeigten die „Krabben" den mehr als 200 begeisterten Zuschauern
noch einmal Spielwitz und kämpferische Leidenschaft pur und wurden nach dem
Schlusspfiff zurecht von den Fans mit Standing Ovations gefeiert.
„Heute hat man noch einmal gesehen, warum wir mit nur elf Minuspunkten
Vize-Meister geworden sind", zollte HSG-Trainer Jan Strunk seiner
Mannschaft höchsten Respekt.
Die überreichte ihrem Erfolgsgaranten als Geste der Anerkennung eine goldene
Ananas zur vorläufigen Krönung, nicht ahnend, dass diese Frucht der
monatelangen harten Arbeit zu vorgerückter Feierstunde noch symbolische
Bedeutung erlangen sollte.
Erst später wurde nämlich nicht nur die Nachricht vom Titelgewinn der SG
Harburg beim HSV Grimmen bestätigt, sondern auch eine offizielle Anfrage des
Deutschen Handball Bundes bekannt, ob die HSG Holstein Kiel/Kronshagen für den
Fall der Fälle, dass die Hamburgerinnen auf den Aufstieg verzichten würden, als
Nachrücker das Startrecht für die Zweite Bundesliga in Anspruch nehmen könnten.
„Wenn das wirklich stimmt, schicke ich die goldene Ananas meinem Harburger
Trainerkollegen Gerd Lawrenz. Natürlich müssen wir uns jetzt selbst unsere
Gedanken machen", reagierte Jan Strunk prompt positiv auf die schon länger
in der Handball-Szene kursierenden Gerüchte aus der Hansestadt.
Der Meldeschluss für dieses Aufstiegs-Abenteuer in die Zweite Bundesliga wäre
allerdings schon der kommende Freitag.
Natürlich müsste nach den Spielerinnen nun auch die HSG finanziell an ihre
Leistungsgrenze gehen, aber nachdem es die „Krabben" in der ganzen Saison
erfolgreich auf dem Parkett praktiziert haben, dass der Wille Berge versetzt
sollte man diese Chance auch beim Schöpfe packen.
HSG: Jungjohann, Meyer - Ege(7/2), Gronau (l), Hansen (3), Köhn (2),
Maukel (6), Metz (2), Mordhorst, Thoma (6), Rathjen (l),
„Travemünde-Handball.de vom 5.5.02“
Am letzten Spieltag der Regionalliga Nord-Ost kassierte das Team
um Coach Thomas Kruse eine 28 : 18 (14 : 8) Niederlage gegen Holstein Kiel.
Zu verschlafen agierte die Mannschaft in den ersten 10 Minuten, so dass man schnell
mit 9 : 2 ins Hintertreffen geriet. Egal welche Deckungsformation gespielt
wurde, Kiel wirkte wacher und nutzte seine Chancen konsequent. Diverse
Unsicherheiten im Aufbauspiel wurden von dem Gastgeber mit einem gezielten
Konterspiel bestraft und man ging mit einem 14 : 8 Rückstand in die Halbzeit.
Aus den Kabinen heraus präsentierte sich Travemünde sicherer und spielte
konsequenter im Angriff. Das 16 : 13 in der 40. Minute ließ noch einmal
Hoffnung aufkommen ehe dann vier verworfene 7-Meter und eine nur
durchschnittliche Mannschaftsleistung ausschlaggebende Punkte für eine
deutliche 28 : 18 Niederlage waren.
Einziger Wehrmutstropfen im Spiel um die "goldene Ananas" ist, dass
Travemünde nun nicht mehr die beste Abwehr der Liga stellt, sondern der direkte
Konkurrent aus Neubrandenburg sich diesen Titel einstreichen kann.
Auch wenn die Mannschaft sicherlich gerne die Saison mit einem weiteren Sieg
abgeschlossen hätte, bleibt jedoch eine Menge Stolz übrig. Als
Rückrundenmeister und 5. der Regionalliga Nord-Ost hat man in diesem Jahr alle
Erwartungen übertroffen. Den Zuschauern wurde im vergangenen Jahr teilweise
schönster Handballsport gezeigt, so dass man sich auf eine neue Saison in
Travemünde freuen kann.
Die Mannschaft fliegt nun für 7 Tage auf die Sonneninsel Mallorca, um sich von
den Strapazen zu erholen und die erfolgreiche Saison zu feiern. Danach wird das
Mannschaftstraining wieder aufgenommen und die Saison erst mit dem
Beachhandball-Turnier am Travemünder Strand (08. + 09.06.02) offiziell für beendet
erklärt.
„Vorbericht Kieler Nachrichten vom 4.5.02“
Die Plakate mit der Ankündigung zu den Feierlichkeiten der
Vize-Meisterschaft der HSG Holstein Kiel/Kronshagen in der
Handball-Regionalliga der Frauen mit den Fans sind längst gedruckt und die
Planungen für die Party auf dem Parkett nach dem Saisonfinale heute gegen den
TSV Travemünde (16.30 Uhr, Schulzentrum am Suchsdorfer Weg) laufen auf
Hochtouren, doch HSG-Trainer Jan Strunk glaubt noch bis zur letzten Sekunde an
die theoretische Titelchance. „Ich wünsche mir einen Sieg mit drei Toren
Vorsprung. Sollte die SG Harburg beim Schlusslicht HSV Grimmen wirklich
straucheln, würde dieses Resultat rechnerisch für uns reichen."
Diesen Traum gegen die beste Mannschaft der Rückrunde zu realisieren wird schon
schwer genug, aber gefeiert wird nach einem überaus erfolgreichen
„Krabben-Jahr" auf alle Fälle. Ein Abschiedsgeschenk gibt's für Katrin
Gohlke, die bis zu ihrer Schwangerschaft in der Hinrunde als Torgarant glänzte und
beruflich vom Bundesgrenzschutz nach Cuxhaven versetzt wurde.
„Kieler Nachrichten vom 27.4.02“
HSG-Trainer Strunk: „Müssen uns als Vizemeister nicht verstecken“
Die
Frauen der HSG Holstein Kiel / Kronshagen haben das Rennen um den Titel in der
Handball-Regionalliga so gut wie verloren. Bei der 13:20 (6:10) Niederlage in
Neubrandenburg kamen die „Krabben“ am vorletzten Spieltag der Saison sportlich
böse unter die Räder und mussten Tabellenführung wieder an die SG Harburg
abgeben.
Die Hanseatinnen setzten sich im Hamburger-Derby gegen Wandsbek mit 29:14 durch
und haben vor dem Finale nicht nur zwei Zähler Vorsprung vor den Kielerinnen,
sondern nun sogar das um drei Treffer bessere Torverhältnis.
Dass die Harburgerinnen beim sieglosen Schlusslicht HSV Grimmen noch einmal in
letzter Sekunde stolpern könnten, halten wohl selbst die größten Kieler
Optimisten für ein Meisterschafts-Märchen.
„Wir gratulieren Harburg herzlich zum Titel. Rein rechnerisch ist immer noch
etwas möglich, aber die Hamburgerinnen sind ja nicht Leverkusen und als
Vizemeister haben wir keinen Grund uns zu verstecken“, hatte HSG-Trainer Jan
Strunk seinen Humor nach der ersten Enttäuschung über die schlappe Vorstellung
schnell wieder gefunden.
Ohne Regisseurin Lene Ege (private Gründe) und Ersatzspielmacberin Dajana
Schulz (Schultereckgelenksverletzung) blieb bei den Holsteinerinnen
handballerisch vieles Stückwerk. Katrin Maukel, Diana Köhn sowie Sonja Hansen
mühten sich zwar nach Kräften, aber da Meike Gronau und Ann-Christin Thoma auf
beiden Halbpositionen nur ein torloses Streichergebnls ablieferten und auch das
Spiel über Außen sträflich vernachlässigt wurde, drohte beim Stand von 10:20 (50.)
sogar ein noch schlimmeres Debakel.
Nach Spuren der Resignation leitete erst die Auszeit von Jan Strunk das viel zu
späte Aufbäumen der Krabben ein und rettete zumindest noch ein bisschen die
Contenance des enttäuschten Handballlehrers: „Heute hat man gesehen, warum wir
am Ende der Saison nicht ganz oben in der Tabelle stehen.“
HSG: Jungjohann, Meyer - Gronau, Hansen (2), Köhn (4/4), Maukel (6),
Metz, Thoma, Ziegler, Rathjen, Haas (1).
„Kieler Nachrichten vom 15.4.02“
HSG HoIKro hat wieder Chancen auf den Titel
Aller guten Dinge sind drei. Zumindest was für die HSG Holstein Kiel /
Kronshagen die Begegnungen in dieser Saison der Handball-Regionalliga gegen den
TH Eilbeck angeht.
Nach Hinspielerfolg und Pokalsieg folgte im dritten Anlauf ein 19:18
(10:6)-Zittersieg, der den Frauen von Trainer Jan Strunk die Vizemeisterschaft
sicherte.
Nach dem gestrigen Punktverlust der SG Harburg in Kisdorf haben die
"Krabben" als Tabellenführer sogar wieder eine Hand am Titelgewinn.
Allerdings ließen die stark ersatzgeschwächten Kielerinnen (ohne Kathrin
Gohlke, Lene Ege, Annika Mordhorst und Sonja Hansen) ihre Verantwortlichen
lange bangen.
Nach einer relativ souveränen ersten Halbzeit ging der „Akku“ immer mehr zur
Neige. Die Abwehr war sich im offensiven 5:0+1-Verbund nicht immer einig. Die
Freiräume nutzte Kati Timme mit sechs Toren im zweiten Abschnitt.
Erst als Strunk die Abwehr auf 6:0 umstellte und Sigrid Jungjohann für die im
ersten Abschnitt starke Christine Meyer zwischen die Pfosten rückte, wurde
drohendes Unheil minimiert. Aber der Ausfall von Dajana Schulz (40., Sturz auf
die lädierte Schulter) war kaum zu kompensieren.
Nun agierte Ann-Christin Thoma im zentralen Rückraum, hatte bei ihren Würfen
jedoch wenig Fortune. Das galt aber auch für Katrin Maukel, während Meike
Gronau die nötige „Traute“ vermissen ließ.
Zum Glück hatte Strunk mit Barbara Kurth und Birgit Böckrnann zwei Joker aus
der eigenen „Zweiten“ dabei. Beim 13:14 (45.) traf Böckmann nach Thorna-Zuspiel
zum Ausgleich, und Kurth verwandelte einen herrenlosen Ball 33 Sekunden vor dem
Abpfiff zum 19:17.
„Man muss auch ‘mal Glück haben“, atmete Strunk nach dem Schlusspfiff auf.
HSG: Meyer, Jungjohann - Maukel(4), Ziegler, Thoma (2), Köhn (7/7),
Schulz (3), Gronau, Metz, Kurth (2)‚ Böckmann (1).
„Kieler Nachrichten vom 8.4.02“
Der Traum von der Meisterschaft in der Handball-Regionalliga der Frauen
ist für die HSG Holstein Kiel/Kronshagen vorerst ausgeträumt.
Im Spitzenspiel unterlagen die Schützlinge von Trainer Jan Strunk vor 270
Zuschauern der SG Harburg mit 14:22 (7:7). Zu schwer wogen dabei die
personellen Handicaps der Kielerinnen.
Während Spielmacherin Lene Ege nach ihrer Magenoperation nicht spielfähig war,
hatten die Virus-Krankheiten bei Katrin Maukel und Franziska Ziegler doch ihre
Spuren hinterlassen. Zu allem Überfluss konnte die als Aushilfe eingeplante
Sylke Rathjen krankheitsbedingt nicht mitwirken. Umso überraschender dabei
zunächst das Spiel der Gäste. Nach anfänglichem 1:3-Rückstand (9. Min.) zeigte
die HSG, dass sie nicht zu Unrecht im Titelrennen mitspielt. Vier Tore in Folge
waren ganz nach dem Geschmack der mehr als 70 mitgereisten Kieler Fans. Aber
leider gelang es nicht, die Führung mit in die Pause zu nehmen.
Die überhart agierenden Harburgerinnen (vor allem Sonja Storch und Sandy
Lindner) hatten bei einigen Entscheidungen der Unparteiischen das nötige Glück.
"Wir können die Spielauffassung der Schiedsrichter nicht ändern, aber
müssen uns darauf einstellen", sagt HSG-Coach Jan Strunk.
Das war der einzige Vorwurf, den der Trainer seinem Team machte. So rieben sich
seine Spielerinnen in Zweikämpfen auf, anstatt – wie vor dem Spiel oder während
der Auszeiten besprochen – Ball und Gegner laufen zu lassen. Hinzu kam das
Auslassen einiger Chancen, so dass sich HSG-Torhüterin Sigrid Jungjohann in den
zweiten 30 Minuten häufiger Gegenstoß laufenden Harburgerinnen gegenüber sah.
Die Vorentscheidung fiel, als sich die SGH nach dem 10:9 (40.) zunächst auf
14:12 (43.) absetzte und anschließend vier weitere Tore folgen ließ. "Wir
hatten in der entscheidenden Phase nicht die spielerischen Mittel. Uns fehlte
es eben auch an Kraft", so Strunk. Trotzdem wollen die Kielerinnen den
Kopf nicht in den Sand stecken. "Danke an alle Fans, die uns unterstützt
haben", will Strunk nun am Sonnabend zumindest die Vizemeisterschaft
klarmachen. Ob im Heimspiel gegen den TH Eilbeck allerdings Sonja Hansen
mitwirken kann , ist noch unklar. Die Kreisläuferin wurde nach einer
Kopfblessur ins Eppendorfer Krankenhaus eingeliefert. Am Abend konnte sie die
Klinik jedoch wieder verlassen.
HSG: Meyer, Jungjohann – Gronau (2), Hansen (1), Köhn (3/3), Maukel (4),
Metz, Schulz (1), Thoma (3), Ziegler
„Vorbericht Kieler Nachrichten vom 5.4.02“
In der Spitzenpartie der Handball-Regionalliga der Frauen fahren
die „Krabben“ der HSG Holstein Kiel/Kronshagen morgen (19 Uhr, Bezirkssporthalle
Hamburg, Kerschensteiner Straße 10) zwar als Tabellenführer zum
zweitplatzierten Top-Favoriten SG Harburg, vom Titel oder gar
Zweitliga-Aufstieg wagt im Team von Erfolgstrainer Jan Strunk aber noch niemand
zu träumen. „Von einer Klatsche bis zu einem weiteren tollen Triumph ist alles
möglich.“
Während der Fanbus der Kielerinnen auf Grund der starken Nachfrage wohl aus
allen Nähten platzen wird, reist Jan Strunk schon etwas früher in die
Hansestadt, um zuvor beim „Final Four“ um den DHB-Pokal dem THW Kiel kräftig
die Daumen zu drücken. Vielleicht finden anschließend ja sogar einige
Interessierte den kurzen Weg aus der Alsterdorfer Sporthalle zur
Austragungsstätte der Krabben, um die Ambitionen der HSG Holstein beim
spannungsgeladenen Showdown als Zugabe noch in Augenschein zu nehmen.
Den Heilungsprozess der angeschlagenen Holsteinerinnen hat der Handball-Hit
jedenfalls beschleunigt. Franziska Ziegler steht nach sechswöchiger Zwangspause
zum ersten Mal wieder im Kader und auch Katrin Maukel will nach auskurierter
Krankheit wieder auf Torejagd gehen. Nur hinter der rechtzeitigen Genesung der
norwegischen Regisseurin Lene Ege steht nach ihrer Magenoperation noch ein
Fragezeichen.
„Körperlich sind die Rekonvaleszenten zwar im Keller, aber auch ohne optimalen
Fitnessstand werden alle hochmotiviert sein“, verspricht Jan Strunk.
Die Nervenschwäche der Harburgerinnen nach drei Niederlagen aus den letzten
vier Spielen sollte die Kielerinnen positiv stimulieren. Für die in den
Osterferien befindliche Schülerin Annika Mordhorst rückt Sylke Rathjen als
willkommene Alternative aus der zweiten Mannschaft erneut ins HSG-Aufgebot.
„Vorbericht Kieler Nachrichten vom 3.4.02“
Die Handballerinnen der HSG Holstein Kiel/ Kronshagen genossen als
Spitzenreiter in der Regionalliga der Frauen zwar ein paar freie Ostertage, die
Vorbereitungen auf den Saisonhöhepunkt am kommenden Sonnabend (19 Uhr,
Bezirkssporthalle Hamburg, Kerschensteiner Straße 10) beim Tabellenzweiten SG
Harburg laufen allerdings auf Hochtouren.
Um auf die Rückendeckung der eigenen Fans in dieser vielleicht schon
vorentscheidenden Auswärtspartie in der Hansestadt nicht zu verzichten, gibt es
Mitfahrgelegenheiten für Interessierte. Die Abfahrt vom Holstein-Stadion
erfolgt um 16 Uhr. Reservierungen unter Telefon: 0431-67098023.
Ein Stammplatz im Bus könnte allerdings unbesetzt bleiben, denn
Krabben-Regisseurin Lene Ege musste nach dem letzten 24:21-Heimsieg über
Olympia Neumünster mit Magenschmerzen in ein Krankenhaus eingeliefert werden
und wurde inzwischen bereits erfolgreich operiert. Wie lange das ärztliche
Sportverbot einen Einsatz der norwegischen Ex-Nationalspielerin ausschließt,
steht noch nicht fest. "Wenn Lene ausfällt, wird die Aufgabe in Harburg
zwar noch schwieriger, aber wir haben in dieser Saison schon so viele
personelle Hiobsbotschaften weggesteckt, das schaffen wir in den letzten vier
Spielen bis zum Finale dann auch noch", so HSG-Trainer Jan Strunk trotzig.
Punktspiel gegen Olympia Neumünster / 24.3.02:
„Kieler Nachrichten vom 26.3.02“
Während in der Handball-Regionalliga der Frauen die Spielerinnen
der SG Harburg im Schlussspurt der Saison weiter schwächeln und in Eidelstedt
von der Spitze stürzten, krabbeln die Kieler „Krabben“ erfolgreich auf dem
Zahnfleisch dem Traumziel entgegen. Im prestigeträchtigen Landesderby gegen den
MTSV Olympia Neumünster ging das letzte Aufgebot der HSG Holstein
Kiel/Kronshagen kämpferisch auf dem Parkett über die Leistungsgrenze hinaus und
quälte sich durch den 24:21 (14:9) Heimsieg auf Platz eins.
Dass der Wille Berge versetzt kann, bewiesen die Holsteinerinnen auch ohne
Gohlke, Dewald, Maukel und Ziegler eindrucksvoll. Im Schweiße ihres Angesichts
mobilisierten die Schützlinge von Trainer Jan Strunk schnörkellos die letzten
Kraftreserven:
Lene Ege (Fußverletzung) agierte mit schmerzstillenden Mitteln zwar stark
gehandicapt, machte aber allein durch ihre Anwesenheit Räume für ihre
Nebenleute frei.
Besonders die beiden „Halben“ Ann-Christin Thoma (6 Tore)und Maike Gronau (5)
leisteten im Rückraum ganze Arbeit. Diana Köhn foppte auf Linksaußen in schöner
Regelmäßigkeit ihre Gegenspielerin sowie die beiden Olympia-Torhüterinnen
Marion Albrecht oder Tanja Rathje. Christine Meyer stach ihre Kontrahentinnen
im Kasten über 60 Minuten jedenfalls deutlich aus.
Eng wurde es nur Mitte der zweiten Halbzeit (16:10), als Holstein mit nur einer
Auswechselakteurin auf der Bank dem Tempo Tribut zollen musste und die
Neumünsteranerinnen die Verschnaufpause nutzten, um auf 19:18 zu verkürzen. Da
sich die Gäste aber in dieser Phase durch verbale Disziplinlosigkeiten selbst
doppelt dezimierten und die Kielerinnen doch noch einmal eine Schippe
drauflegen konnten, endete das Derby leistungsgerecht. Allerdings fehlte den
„Krabben“ beim Schlusspfiff sogar die Kraft zum Jubeln.
„Der Kieler Erfolg ist zwar durchaus verdient, aber erst die Zeitstrafen haben
uns das Genick gebrochen“, gratulierte Olympia-Trainer Volker Paul seinem
Pendant zur sensationellen Tabellenführung.
„Wir haben heute taktisch mit den letzten Trümpfen hoch gepokert und gewonnen.
Kompliment für dieses Engagement“, entließ Jan Strunk seine erschöpften Lämmer
in die 14-tägigen Osterferien.
HSG: Meyer, Jungjohann - Mordhorst, Hansen (1), Thoma (6/1), Köhn (6/2),
Schulz (2), Ege (3), Gronau (5), Metz (1).
MTSV Olympia Neumünster: Albrecht, Rathje - Wildner, Reinert,
Hoffmann (1), Reimers, Felkel (3), Löbau (2), Petersen (2), Dencker (6/1),
Szpila (6)
„Holsteinischer Courier vom 26.3.02“
Die Überraschung ist ausgeblieben! In der Handball-Regionalliga
der Frauen unterlag Olympia Neumünster beim Tabellenzweiten HSG Holstein
Kiel/Kronshagen mit 21;24 (9:14) und kehrte ohne Punkte im Gepäck zurück in die
Schwalestadt. Dabei hätte es für die Mannschaft von Trainer Volker Paul
durchaus zu einem oder sogar beiden Punkten reichen können – diese Tatsache
macht die Niederlage umso ärgerlicher.
Olympia hielt zu Beginn der Partie gut mit und schaltete
HSG-Spielmacherin Lene Ege, Ehefrau des THW-Torhüters Steinar Ege, die
angeschlagen in die Begegnung gegangen war und anfangs von Mareike Hoffmann und
später von Katja Löbau und Kathrin Dencker kurz gedeckt wurde, fast komplett
aus.
Trotzdem lief es alles andere als rund bei den Gästen, die vor
allem in der Deckung die Lücken nicht schließen konnten und sich somit selbst
ins Hintertreffen brachten. 9:6 stand es nach 20 Minuten für die HSG und die
wenigen Zuschauer brauchten nicht das Gefühl haben, dass dieser Vorsprung
gefährdet war. Das lag auch daran, dass Olympia gleich viermal in der ersten
Hälfte den Ball bei einem Tempogegenstoß vertändelte und den Abstand nicht
verkürzen konnte, sodass es mit einem relativ klaren 14:9 für die
Gastgeberinnen in die Kabinen ging.
Im zweiten Spielabschnitterzielte der Aufstiegsaspirant zunächst
zwei Treffer, bevor das Paul-Team endlich die Gegenstöße abschloss und selbst
zu drei schnellen Toren zum 17;12 kam. Jetzt löste der Olympia-Trainer die
kurze Deckung gegen Ege auf, womit die Gastgeberinnen zunächst nicht klarkamen
und die Gäste zur Aufholjagd ansetzten. Je zweimal Kathrin Dencker und Andrea
Petersen, die erst jetzt ins Spiel fand, sowohl Katja Löbau und Agnieszka
Szpila trafen in die HSG-Maschen und plötzlich stand es 18:19 (49.).
Doch gerade jetzt zeigte sich das taktische Manko der Gäste.
Janina Wildner schloss ein wenig überhastet ab und im direkten Gegenzug
erzielte Lene Ege für ihre Farben das 20:18 (52.), auf das noch zwei weitere
Treffer folgten. „Das war unser Genickbruch“, analysierte Paul im Anschluss die
Partie diese Phase, ging aber auch auf die ersten dreißig Minuten ein. „Wenn
wir uns in der ersten Halbzeit nicht so dusselig anstellen, gehen wir nicht als
verlierer aus der Halle“, war sich der Coach sicher. Schlussendlich konnte
Holstein/Kronshagen die Führung halten. Positiv war jedoch, das die Mannschaft
sich nicht hängen ließ und zumindest kämpferisch überzeugte. Anlass zur
Diskussion bot auch das Schiedsrichterduo aus Segeberg, das mit einigen
fragwürdigen Entscheidungen auf beiden Seiten negativen Einfluss auf das Niveau
hatte. Man hatte einige Male den Eindruck, die Herren in Schwarz wollten sich
selbst in den Vordergrund stellen.
Punktspiel gegen Elmshorner MTV / 17.3.02:
„Kieler Nachrichten vom 18.3.02“
Die Krabben haben in der Handball-Regionalliga der Frauen die gute
Gelegenheit nicht genutzt, um am Tabellenführer SG Harburg vorbeizuziehen.
Während sich der Spitzenreiter am Sonnabend den Luxus einer
26:28-Heimniederlage gegen den TSV Travemünde leistete, strauchelte keine 24
Stunden später auch die HSG Holstein Kiel/Kronshagen am 21. Spieltag zum ersten
Mal auswärts in dieser Saison mit 25:28 (10:15) beim Elmshorner MTV.
"Es gibt Tage, da passt einfach gar nichts. So viele Fehler wie heute habe
ich in der ganzen Rückrunde noch nicht gesehen", traute HSG-Trainer Jan
Strunk seinen Augen am schwarzen Sonntag kaum. Selbst eine Ausnahmeakteurin wie
die norwegische Regisseurin Lene Ege ließ sich während der katastrophalen
ersten 50 Minuten von der ungewohnten Nervosität ihrer Nebenleute anstecken und
war bei einem Siebenmeter, den die Ex-Nationalspielerin sogar neben das Tor
setzte, völlig von der Rolle.
Beim Stand von 17:25 musste man deshalb Böses befürchten, aber immerhin zeigten
die ersatzgeschwächten Kielerinnen, bei denen mit der A-Jugendlichen Annika
Mordhorst sowie Stefanie Metz nur noch zwei Feldspielerinnen auf der Einwechselbank
saßen in dieser sportlichen Bredouille zumindest Charakter und ihr wahres
spielerisches Gesicht. Ohne Franziska Ziegler und Katrin Maukel (Grippe)
streckte sich der ohnehin kleine Kader mit dem letzten Aufgebot allerdings
vergeblich. Die aufregende Aufholjagd im Schlussspurt kam zu spät. „ Ein paar
Minuten länger und die Partie wäre wohl noch gekippt“, rekapitulierte Jan
Strunk etwas konsterniert
HSG: Jungjohann, Meyer - Ege (7/1), Gronau (3), Hansen (2), Köhn (4/4),
Metz, Mordhorst, Schulz (3), Thoma (6).
Punktspiel gegen VfL Bad Schwartau / 2.3.02:
„Kieler Nachrichten vom 4.3.02“
Tabellenführer mit 19:16 über Bad Schwartau
Die
Kieler "Krabben" klopfen mit aller Macht ans Handballtor zur Zweiten
Bundesliga. Während der bisherige Spitzenreiter SG Harburg mit 22:26 bei
Fortuna Brandenburg strauchelte, übernahm die HSG Holstein Kiel/Kronshagen
durch den 19:16 (10:10)-Sieg im Regionalliga-Landesderby gegen Bad Schwartau
wieder die Tabellenführung. Spielerisch war die Vorstellung der
ersatzgeschwächten Mannschaft von Trainer Jan Strunk über weite Strecken zwar
nicht Zweitligareif, aber dafür trumpfte die Rumpftruppe kämpferisch
erstklassig auf.
Ohne die abwesende Ausnahme-Handballerin Lene Ege, die schwangeren Katrin Gohlke
und Denise Dewald sowie die verletzte Franziska Ziegler wurden die Ausfälle mit
Katja Schrader und Angela Gaber aus dem Oberliga-Team kompensiert. "Ein
wertvoller Sieg. Man hat wieder einmal gesehen, dass es notfalls auch ohne Lene
ganz gut geht", freute sich Jan Strunk. "Von den Schmerzen spürt man
nichts, wenn man siegt", zeigte die angeschlagene Dajana Schulz, deren
Ermüdungsbruch im Fuß sich nur als Nervenquetschung herausgestellt hat, neben
ihren Nehmerqualitäten auch in der Offensive gute Szenen als Lenkerin auf der
Mittelposition.
In der 3-2-1-Deckung wusste Stefanie Metz als vorgezogener Ege-Ersatz über fast
60 Minuten zu gefallen und da Torhüterin Christine Meyer sich mit 14
abgewehrten schweren Bällen den mehr als 120 Zuschauern in toller Tagesform
präsentierte und Diana Köhn auf dem linken Flügel mit sieben blitzsauberen
Buden brillierte, wurden die Schwartauerinnen nach ausgeglichenem Spielverlauf
in der ersten Halbzeit nach dem Seitenwechsel niedergekämpft.
HSG: Jungjohann, Meyer - Gronau (2), Hansen (3), Köhn (7/2), Maukel (1),
Metz, Mordhorst, Schulz (2), Thoma (4), Schrader, Gaber
Punktspiel gegen MTV Herzhorn / 23.2.02:
„Kieler Nachrichten vom 25.2.02“
22:17 -"Krabben" machten kurzen Prozess
Handball-Regionalliga: Dajana Schulz überzeugte
Die
Frauen des Handball-Regionalligisten HSG Holstein Kiel/Kronshagen dürfen vor
dem letzten Saisondrittel als Tabellenzweiter weiter von der Zweiten Bundesliga
träumen. Nachdem die Krabben das Minimalziel Klassenerhalt längst in der Tasche
haben, wurde der Punktesack durch den 22:17 (11:9)-Erfolg beim Vorletzten MTV
Herzhorn erneut prall gefüllt. Die HSG hat mit 33 Pluspunkten jetzt schon mehr
erreicht, als zum Bilanzabschluss des Vorjahres und ein Ende der Erfolgsstory
ist, sieben Spieltage vor dem Finale noch nicht in Sicht. "Jetzt werden
wir alles dafür tun, um auch das letzte mögliche Ziel vielleicht doch noch zu
erreichen", sagt Jan Strunk dem Spitzenreiter SG Harburg den Kampf an.
Eine kleine Pause ist im Konzept von Jan Strunk inzwischen längst
einkalkuliert, um seine Spielerinnen jeweils Mitte der ersten Halbzeit mit
einer Auszeit etwas aufzumuntern. Der Weckruf wirkte auch in Herzhorn wieder
Wunder, denn die Krabben konnten nach einem 7:8-Rückstand den Spieß bis zum
Pausenpfiff prompt umdrehen und machten nach der zweiten Kabinenpredigt in der
stärksten Phase zwischen der 40. und 50. Minute sportlich kurzen Prozess mit
den nun überforderten Gastgebern.
Zu den Aktivposten bei der HSG zählte einmal mehr Dajana Schulz, die seit
Wochen ihre Vielseitigkeit beweist und sowohl vom Kreis (ein Tor) als auch von
Außen (zwei Treffer) Torgefährlichkeit aufblitzen ließ. Meike Gronau, zuletzt
ein bisschen unter ihren Möglichkeiten, scheint das kleine Formtief überwunden
zu haben. Herzhaft im Angriff und ein gutes Auge beim Anspielen ihrer
Nebenleute nähren die Hoffnung auf ein Happy End im weiteren
Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft.
HSG: Jungjohann, Meyer - Ege (7), Gronau (3), Hansen (1), Köhn (2),
Maukel (2), Metz, Mordhorst, Schulz (3), Thoma (4)
Punktspiel gegen HSV Grimmen / 16.2.02:
„Kieler Nachrichten vom 18.2.02“
Kampf, Einsatz und der Wille trotz aller personeller Widrigkeiten
zu gewinnen, war Trumpf beim glanzlosen 23:21 (11:9)-Arbeitssieg der HSG Holstein
Kiel/Kronshagen gegen das immer noch sieglose Schlusslicht HSV Grimmen.
Ohne Regisseurin Lene Ege, Torjägerin Katrin Gohlke sowie Franziska Ziegler und
Denise Dewald feierte die frühere Zweitliga-Spielerin Barbara Kurth, die es
ansonsten in der zweiten Mannschaft ruhiger angehen lässt, auf Rechtsaußen ein
prima Comeback. "Darauf hatte ich in meinem Alter gar nicht mehr zu hoffen
gewagt", gab sie zu Protokoll. Dass die 34-Jährige kaum etwas von ihrer
Klasse eingebüßt hat, bewies die konditionsstarke zweifache Mutter mit einem
guten Auge in der Abwehr. Während die Gäste aus Grimmen doch häufiger durch die
Mitte an den Kieler Kreis durchkamen und fast ein Dutzend Mal nur durch
Siebenmeterreife Fouls am Einwurf gehindert werden konnten, brannte bei der HSG
über die Flügel selten etwas an. Zum Glück hatte Christine Meyer eine sehr gute
Tagesform zwischen den Pfosten erwischt und Katrin Maukel erzielte neun
blitzsaubere Tore aus dem Rückraum. "Die personellen Vorraussetzungen
waren ja fast irregulär. Der angeschlagene Restkader hat sich besser behauptet,
als zu befürchten war. Barbara hat kurzfristig ausgeholfen und mit ihrer
Routine viele Situation bereinigt", resümierte Holstein-Trainer Jan Strunk
gut gelaunt.
HSG: Meyer, Jungjohann - Mordhorst, Maukel (9), Hansen, Thoma (4), Köhn
(7/5), Schulz (2), Gronau (1), Kurth, Metz
Punktspiel gegen MTV Wandsbek 72 / 3.2.02:
„Kieler Nachrichten vom 4.2.02“
Ann-Christin Thoma behielt in Wandsbek die Nerven
Mühsam und noch etwas müde auf den Beinen haben die Handballerinnen der HSG
Holstein Kiel/Kronshagen ihre Frühsportaufgabe gestern Vormittag beim MTV
Wandsbek 72 gemeistert. Ein einziger spielerischer Geistesblitz reichte dem
Spitzenreiter, um durch den glücklichen 19:18 (10:9) Sieg die Tabellenführung
in der Regionalliga der Frauen vor der SG Harburg zu verteidigen und auswärts
in dieser Saison weiterhin ungeschlagen zu bleiben. Ann-Christin Thoma sorgte
Sekunden vor der Schlusssirene für ein Happy End der Langschläferinnen.
"Für das Torverhältnis müssen wir ja nicht mehr unbedingt etwas tun",
nahm HSG-Coach Jan Strunk die Zitterpartie mit Humor. Gleich zweimal musste der
34-jährige Rechtsanwalt seine Schützlinge allerdings mit Auszeiten und
taktischen Winkelzügen auf die Erfolgsspur zurückbringen.
Als die Krabben nach 15 Minuten (0:3) immer noch auf ihren ersten Treffer
warteten, erfolgte der erste lautere Weckruf des Handballlehrers, und als die
Holsteinerinnen nach der roten Karte für Sonja Hansen (57., grobes Foulspiel)
beim 17:18 die zweiminütige Unterzahl geschickt überstanden und anschließend
sogar zum Ausgleich getroffen hatten, verhinderte das zweite Time Out
vielleicht den 22. überhasteten Fehlversuch in der Offensive. In aller Ruhe
wurde der finale Schachzug vorbereitet, Ann-Christin Thoma herrlich
freigespielt und die hochmotivierten Wandsbekerinnen durch den 71.
Saisontreffer der 25-jährigen Rückraumstrategin doch noch matt gesetzt.
Neben Thoma übernahm auch Katrin Maukel viel Verantwortung, als es drauf ankam.
HSG: Jungjohann, Meyer - Ege (4/1), Gronau, Hansen (1), Köhn, Maukel (5), Metz
(1), Mordhorst, Schulz (2), Thoma (6), Rathjen
Punktspiel gegen SG Kisdorf-Leezen / 26.1.02:
„Kieler Nachrichten von 28.1.02“
Holstein verlor Landesderby 23:27
Die HSG Holstein Kiel/Kronshagen bleibt zwar trotz einer verdienten 23:27
(11:14) Heimniederlage gegen den Favoritenschreck Nummer ein, SG
Kisdorf/Leezen, Spitzenreiter in der Handball-Regionalliga der Frauen, aber die
spielfreie SG Harburg hat jetzt drei Minuspunkte weniger auf dem Konto.
"Jetzt hört jedenfalls das Gerede von einer möglichen Meisterschaft
auf", rang HSG-Trainer Jan Strunk unmittelbar nach dem Abpfiff sichtbar
nach Fassung.
Zweitligareif war das, was seine Schützlinge in der äußerst schwachen ersten
Halbzeit zu bieten hatten nie. Melanie Ahrens kümmerte sich Auge in Auge um
Lene Ege und engte den Radius der Regisseurin zunächst fast nur auf den
Mittelkreis ein. Der Spielfluss und der Tempo-Handball der Krabben geriet
völlig ins Stocken (4:11; 20.) und erst als die letzten der mehr als 200
Zuschauer ihre Parkplatzsuche vor der Tallinnhalle beendet hatten, fanden auch
Holsteinerinnen nach einer Auszeit sowie einem Torwartwechsel (Meyer für
Jungjohann) den richtigen Rhythmus. Innerhalb weniger Minuten löste sich die
Verkrampfung bei den krabben. Ann-Christin Thoma sorgte für den Ausgleich
(16:16), Lene Ege brachte ihr Team in Führung und als Katrin Maukel zum 19:16
(45.) traf, schien die heile Holstein-Welt wieder in Ordnung.
In dieser Phase sorge das Hamburger Schiedsrichtergespann Meyerfeldt/Voss für
eine schon amüsant anmutende Vorstellung in bester Tradition des
Ohnsorg-Theater. Willkürliche Zeitstrafen und fragwürdige Siebenmeter-Entscheidungen
brachten die Kisdorferinnen erst auf die Erfolgsspur zurück. Als Heidi Kabel
nicht nur das 23:23, sondern kurz darauf das 23:25 erzielte, war die Moral der
Mannschaft von Jan Strunk gebrochen: "Kisdorf hat sich in Kiel sehr gut
verkauft und wir waren in der Abwehr ungewohnt schwach. Aber in den
entscheidenen Situationen haben nicht wir die Fehler gemacht. Was die beiden
Schiedsrichter hier veranstaltet haben, kann man fast nur als Vorsatz
bezeichnen."
HSG: Jungjohann, Meyer - Ege (9/4), Gronau, Hansen (2), Köhn, Maukel
(7), Metz, Mordhorst, Schulz (2), Thoma (3), Ziegler
Punktspiel gegen DGF Flensborg / 19.1.02:
„Kieler Nachrichten vom 21.1.02“
Spitzenreiter HSG Holstein Kiel/Kronshagen verteidigte in der
Handball-Regionalliga der Frauen die Tabellenführung durch einen 27:18 (12.9)
Heimsieg über die DGF Flensburg.
Der vermeintliche Angstgegner aus dem hohen Norden, den die "Krabben"
in der Hinrunde einen Punkt abgeknöpft hatte, war wiederum ein äußerst
unbequemer Kontrahent. Erst als die Kräfte der Flensburgerinnen in der
Schlussphase nachließen, setzte sich die weitaus bessere körperliche
Konstitution der Erfolgstruppe von Jan Strunk standesgemäß durch.
"Wir lassen uns von niemanden bange machen und fürchten nur uns
selbst", strotzt der Erfolgstrainer vor Selbstvertrauen und Stolz auf sein
Team. Die Gefahr, einen Gegner zu unterschätzen, erscheint eher gering und
solange Lene Ege mit Spielwitz und technischer Raffinesse glänzt, sollte die
Super-Serie der Holsteinerinnen halten. Dabei verliert die norwegische
Regisseurin bei allem sportlichen Ernst nie den Spaß aus dem Sinn. Ein
Augenzwinkern für die überforderten Gegenspielerinnen, zum
Schiedsrichtergespann oder in Richtung Ehemann Steinar auf der Tribüne ist
immer drin. "Locker zu bleiben ist meine Mentalität. Wir denken noch nicht
an den Titel, sondern weiter nur von Spiel zu Spiel", bleibt die Blondine
auf dem Boden der Tatsachen.
In dieselbe Kerbe schlägt auch Diana Köhn, die nach der Schwangerschaft von
Katrin Gohlke weitaus mehr als ein Lückenfüller für die immer noch zweitbeste
Torschützin auf Linksaußen ist. Die 25-jährige Flügelflitzerin erklärt das
Erfolgsrezept der Krabben: "Wir lassen alles gelassen auf uns
zukommen".
HSG: Jungjohann, Meyer - Ege (9/1), Gronau (1), Hansen (2), Köhn (7/5),
Maukel (2), Metz, Mordhorst, Schulz (2), Thoma (3), Ziegler (1)
Punktspiel gegen Eidelstedter SV / 13.1.02:
Pokalspiel gegen TH Eilbeck / 5.1.02:
„Kieler Nachrichten vom 7.1.02“
Nach dem 20:18 gegen Eilbeck im DHB-Pokal
Die Handballerinnen der HSG Holstein Kiel/Kronshagen haben sich für den
DHB-Pokal 2002/2003 qualifiziert. Beim etwas mühsamen 20:18 (9:10)Heimerfolg
über den Regionalliga-Konkurrenten TH Eilbeck standen sich die „Krabben“
allerdings lange Zeit selbst im Weg.
Von 13 Siebenmetern konnten nur sechs Strafwürfe ins hanseatische Netz gesetzt
werden. Erst Teamkapitän Sonja Hansen sorgte bei der effektiven Ausführung der
Standardsituationen mit ihrer Nervenstärke zusammen mit den sehenswerten Treffern
von Dajana Schulz im Schlussspurt für die spielentscheidenden Tore.
„Großer Sport war heute auch nicht zu erwarten“, beschied sich HSG-Trainer Jan
Strunk mit dem geglückten Auftakt in das Jahr 2002. Ohne Torfrau Christine
Meyer, Katrin Maukel, Katrin Gohlke und vor allem Lene Ege mussten immerhin
vier Leistungsträgerinnen ersetzt werden.
In der offensiven 3-2-1-Deckung verdiente sich Stefanie Metz als Ege-Ersatz
zwar eine gute Note, aber im Angriff konnte Diana Köhn den Ausfall der
norwegischen Regisseurin erwartungsgemäß nicht adäquat ersetzen. Auch das
17-jährige Eigengewächs aus der Jugend, Annika Mordhorst, setzte auf dieser
Position kaum Akzente.
Als das Spiel auf Grund der Siebenmeterschwäche selbst Mitte der zweiten
Halbzeit noch auf des Messers Schneide (15:15) stand, trieben der trommelnde
Fanclub auf der Tribüne und die vorbildliche Leistung von Kreisläuferin Sonja
Hansen Holstein zum richtigen Rhythmus auf dem Parkett. Die torgefährlichste
Offensivkraft Ann-Christin Thoma rackerte unermüdlich bis zu ihrer roten Karte
(dritte Zeitstrafe, 56. Minute), und so führte der kollektive Zwischenspurt die
Kielerinnen letztlich doch noch auf die Erfolgsspur zurück.
HSG: Siedenburg, Jungjohann - Gronau (1), Hansen (5/2), Köhn (2/1), Metz
(1), Mordhorst, Schulz (3), Thoma (7/3), Ziegler (1)
„Kieler Nachrichten vom 24.12.01“
HSG Holstein durchbrach den Negativ-Nimbus beim 24:18
Die Handballerinnen der HSG Holstein Kiel/Kronshagen haben ihre gute
Ausgangsposition zum Abschluss der Hinrunde in der Regionalliga der Frauen beim
TSV Travemünde nicht verzockt.
Während die Verfolger der Krabben einmal mehr strauchelten, bleiben die
Schützlinge von Jan Strunk Spitzenreiter SG Harburg ganz dicht auf den Fersen.
Bei der mit 18:24 (9:11) bisher höchsten Heimniederlage des TSV sollten sich
die Befürchtungen einer bösen Bescherung der Holsteinerinnen am Tag vor
Heiligabend nicht bewahrheiten.
"Man muss in Travemünde offensichtlich doch nicht nur verlieren",
brach Jan Strunk mit der schlechten Tradition der Vorjahre. Solange die Kräfte
der Gastgeberinnen reichten, gestalteten sie die Partie bis zur 40. Minute
(14:14) zwar offen, aber als Folge einer belebenden Kieler Auszeit spielte der
Tabellenzweite seine physischen Vorteile aus. Nach dem energischen
Zwischenspurt (23:14) gönnte der Handballlehrer seinen Leistungsträgerinnen in
der Schlussphase sogar noch einige Verschnaufpausen und den Nachwuchstalenten
die Möglichkeit Wettkampfpraxis zu sammeln. Die 20-jährige Stefanie Metz nutzte
ihre Chance auf Linksaußen mit einigen fintenreichen Aktionen und auch die
"kleinste Krabbe" Annika Mordhorst (17 Lenze) hatte noch Anteil am
sechsten Auswärtssieg.
"Optimal wäre für den bisherigen Saisonverlauf fast schon untertrieben.
Was meine Mannschaft in der Hinrunde geleistet hat, ist schon eher
beängstigend", zog Jan Strunk mit nur drei Minuspunkten auf dem Konto eine
zauberhafte Bilanz.
HSG: Jungjohann, Meyer - Ege (4), Gronau, Hansen (3), Köhn (7/6), Maukel
(3), Metz (2), Mordhorst, Schulz (2), Thoma (2), Ziegler (1)
„Kieler Nachrichten vom 10.12.01“
Keine Gefahr beim 26:20 gegen Neubrandenburg
Handballerischen Hochgenuss hatten die Kieler Krabben in dieser Saison schon
häufiger aus dem Hut gezaubert. Beim nie gefährdeten 26:20 (16:10)-Heimsieg der
HSG Holstein Kiel/Kronshagen über den SV Fortuna Brandenburg verabschiedete
sich die erfolgshungrige Truppe von Jan Strunk allerdings mit Hausmannskost von
ihren treuen Fans.
Nur vor dem Anwurf prasselte reichlich Naschwerk auf die knapp 100 Zuschauer
als nachträgliches Nikolaus-Geschenk nieder.
Die sportliche Wundertüte brauchten die Kielerinnen gegen die biederen
Neubrandenburgerinnen nicht zu öffnen, um den prallen Punktesack mit zwei
weiteren Zählern zu füllen. "Natürlich sind alle mit der Zeit etwas
verwöhnt. Es gibt aber überhaupt keinen Grund unzufrieden zu sein, auch wenn
wir uns in der Offensive seit drei Spielen etwas schwerer tun. Die Hinrunde
verlief nun wirklich ganz hervorragend", wollte Jan Strunk die phasenweise
Quälerei mit dem Ball nicht dramatisiert wissen. Verausgaben sollten sich seine
Spielerinnen nie, um den sicheren Vorsprung seelenruhig über die Zeit zu
schaukeln.
Ann-Christin Thoma und Katrin Maukel legten immer dann aus dem Rückraum eine
Schippe drauf, wenn es Not tat und durften sich bei Arbeitsbiene Sonja Hansen
bedanken, die emsig am Kreis Räume frei sperrte und selbst zweimal traf.
"Bei uns arbeitet jeder für den anderen. Ich freue mich, wenn ich meinen
Teil beitragen kann, dass wir weiter oben mitspielen", bleibt die
24-jährige "Wühlerin" bescheiden.
Der Teamgeist der Holsteinerinnen scheint die Geheimwaffe des Tabellenzweiten
zu sein. "Die Zuschauer haben eine größere Erwartungshaltung als wir an
uns selbst. Die Mannschaft ist auf einem guten Weg und jetzt feiern wir schon
in der Hinrunde eine Nichtabstiegsparty", will auch Torhüterin Sigrid
Jungjobann die Feste so feiern wie sie halt bei den Krabben vom Himmel fallen.
HSG: Jungjohann, Meyer - Ege (4/4), Gronau (1), Hansen (2), Köhn (3),
Maukel (4), Metz (1), Mordhorst, Schulz (2), Thoma (7), Ziegler (2)
„Kieler Nachrichten vom 3.12.01“
Eine vorweihnachtliche Bescherung gab es am ersten Advent in der
Handball-Regionalliga der Frauen für die HSG Holstein Kiel/Kronshagen. Während
Spitzenreiter SG Marburg zum ersten Mal in dieser Saison Schwächen offenbarte
und vor eigenem Publikum gegen Kisdorf strauchelte, konnten sich die Krabben
mit 24:13 (13:6) beim TH Eilbeck schadlos halten und sind nach dem elften
Spieltag wieder bis auf einen Punkt dran an dem Tabellenführer.
"Schön, dass es so spannend bleibt. Ich hätte allerdings auch nicht
gedacht, dass es für uns in Eilbeck so einfach wird", schnalzte
HSG-Trainer Jan Strunk doppelt zufrieden mit der Zunge.
Vom jüngsten Aufwärtstrend der Hamburgerinnen war jedenfalls nur 15 Minuten
etwas zu spüren (6:7), dann sorgte die Auszeit des Kieler Handballlehrers für
einen sanften Weckruf und fortan bissen sich die Gastgeber an der nun
aufmerksamen Deckung sowie der guten Sigrid Jungjohann im Holstein-Tor die
Zähne aus.
Viermal wurde die harmlosen Eilbeckerinnen sogar zu abgepfiffenen Zeitspielen
gezwungen, doch der eigene Angriff der Kielerinnen kam ebenfalls nur etwas
mühsam auf Touren.
"In der Offensive waren wir leider nicht 100-prozentig bei der Sache. Das,
was die Abwehr abgefangen hat, wurde im Angriff oft unkonzentriert
verworfen", fand Jan Strunk doch noch ein Haar in der Siegersuppe.
Zufrieden durfte er immerhin uneingeschränkt mit der Flügelzange seiner Krabben
sein. Linksaußen Diana Köhn verwandelte auf der Stammposition der weiterhin mit
Knieproblemen fehlenden Katrin Gohlke nicht nur fünf von sechs Siebenmetern
sicher, sondern war mit acht Toren sogar erfolgreichste Werferin ihres Teams.
Rechtsaußen Franziska Ziegler sorgte mit vier blitzsauberen Treffern ebenfalls
dafür dass der Auswärtssieg nie in Gefahr geriet.
In der gemütlichen Schlussphase konnte sich Jan Strunk sogar den Luxus
erlauben, etwas zu experimentieren und mit allen Spielerinnen von der
Einwechselbank zu rotieren.
HSG: Jungjohann, Meyer - Ege (4), Gronau, Hansen (2), Köhn (8/5), Maukel
(3), Metz, Mordhorst, Schulz, Thoma (3), Ziegler (4)
„Kieler Nachrichten vom 26.11.01“
Erste Saisonniederlage für HSG HolKro
Spielerisch
hochklassigen Ansprüchen genügte der Handball-Hit in der Regionalliga der
Frauen vor 230 zahlenden Zuschauern zwischen dem Tabellenzweiten HSG Holstein
Kiel/Kronshagen und dem Spitzenreiter SG Harburg zwar nicht, die Spannung war
allerdings bei der 20:23 (8:10)-Heimschlappe und ersten Saisonniederlage der
”Krabben” nicht zu steigern. Ausgerechnet eine Spielerin namens Sonja Storch
biss in den letzten 120 Sekunden zweimal zu und sorgte für ausgelassenen Jubel
bei den Harburgerinnen, während bei den Kielerinnen nach dem Abpfiff doch ein
paar Tränen der Enttäuschung kullerten.
Angefangen hatte es mit zittrigen Fingern bei den Holsteinerinnen. Bis zur 20.
Minute (4:9) bot die HSG Fehlpass-Festival. Die Fang-, Fuß- und technischen
Fehler waren kaum zu zählen, und die Chancenverwertung gegen die gute
SG-Torfrau Andrea Kehl war selbst vom Siebenmeterpunkt kläglich. Erst eine
Auszeit von Jan Strunk beendete den Krampf. ”Eigentlich wollten wir fortan auf
Harakiri-Aktionen verzichten. Wer aber so viele Fehler macht und Chancen vergibt,
darf sich nicht wundern. Die hohe Erwartungshaltung ist jedenfalls erst einmal
weg, und das Team steht da; wo es realistisch hingehört.” Ohne Kathrin Gohlke
fehlte die gefährlichste Offensivkraft der Kielerinnen, während auf der
Gegenseite der Aktionsradius der 30-jährigen Claudia Hümpel, die mit acht
blitzschnellen Kontern die Krabben mit ihren eigenen Waffen schlug, nie
unterbunden werden konnte.
Trotzdem stemmten sich die Strunk-Schützlinge mit aller Leidenschaft gegen die
drohende Niederlage. Torfrau Christine Meyer stärkte ihren Vorderleuten mit
tollen Paraden den Rücken, Sonja Hansen wirbelte am Kreis unermüdlich, und Lene
Ege zeigte in schöner Regelmäßigkeit ihre Genialität. Tor um Tor holten die
Holsteinerinnen auch dank der Treffsicherheit von Katrin Maukel auf, die aus
dem halblinken Rückraum bei fünf Versuchen kurzen Prozess machte: ”Es war. der
Höhepunkt der Hinrunde, und die Halle war voll. Vielleicht waren deshalb alle
ein bisschen nervöser als sonst.” Als Diana Köhn, als zweiter Linksaußen auf
der Gohlke-Position mit Licht im Angriff und Schatten in der Deckung, zum 20:21
(58.) traf, schien die Partie zu kippen. Doch das vom Schirigespann angezeigte
Harburger Zeitspiel wurde ebenso wenig verhindert wie die Brachialgewalt von
Sonja Storch über Rechtaußen. ”Das stecken wir weg und kriegen keinen Knacks.
Es gibt ja noch die Möglichkeit zur Revanche im Rückspiel”, verkündete Diana
Köhn trotzig.
HSG: Meyer, Jungjohann – Maukel (5), Hansen (2), Ziegler (1), Thoma (1);
Köhn (4), Schulz, Ege (7/2), Gronau, Metz.
„Harburger Nachrichten vom 26.11.01“
Harburg - Er konnte, die Tränen nicht mehr unterdrücken. Kaum war
die Spitzenpartie in der Handball-Regionalliga zwischen der HSG Kiel/Kronshagen
und der SG Harburg abgepfiffen, riss Trainer Gerd Lawrenz die Arme in die Höhe,
lief in die Hallenmitte und drückte jede Spielerin in seine Arme. Dabei
kullerten dem emotionsvollen Handballtrainer immer wieder die Trainer über die
Wangen. Freude pur nach dem 23:20-Sieg. Damit bleiben die Harburgerinnen
unangefochten an der Tabellenspitze, haben nun 20:0 Punkte auf dem Konto und
drei Zähler Vorsprung vor dem Zweitplatzierten Kiel/Kronshagen. Von Anfang an
spielte der Tabellenführer aus Harburg in der mit rund 300 Besucher gut gefüllten
Sporthalle am Suchsdorfer Weg konzentriert und lag ständig bis auf ein einziges
Mal in Führung. Bis weit in die zweite Hälfte hinein sah es nie so aus, als
könnten die Gastgeberinnen aus dem Kieler Stadtteil Kronshagen dem
Tabellenführer gefährlich werden. Teilweise lag das Team von Trainer Gerd
Lawrenz mit vier Toren in Front. Doch eine Viertelstunde vor Schluss hatte die
SGH einen Durchhänger. Da wirkte das Team vor allem im Angriff ideenlos und
verwarf und vergab viele gute Möglichkeiten. In dieser Phase stand aber mit
Christine Meyer eine ausgezeichnete Kieler Torhüterin zwischen den Pfosten.
Auch wenn Ausnahmespielerin Lene Ege mit sieben Treffern beste Torschützin der
HSG Kiel/Kronshagen war, die Grande Dame sollte sie an diesem Nachmittag nicht
werden. Dazu spielte sie häufig ein wenig zu hochnäsig und arrogant, vergab
leichtfertig zwei Siebenmeter. Die ehemalige Buxtehuder Bundesliga- und
norwegische Nationalspielerin hatte nicht ihren besten Tag in diesem Topduell,
Licht und Schatten wechselten sich ab. Bis auf ein Tor kamen die Kielerinnen
heran, Lene Ege traf per Tempogegenstoß zum 19:20. Trainer Lawrenz hatte in
dieser Phase leichte Zweifel, glaubte aber dennoch fest an den Sieg. Und seinen
Damen enttäuschten ihren engagierten Coach nicht. Gerd Lawrenz redet aber noch
längst nicht von der Meisterschaft. ”Die Saison ist noch lang”, sagte der
Trainer, der in diesem Jahr endlich den erhofften Zweitliga- Aufstieg anstrebt,
nachdem er in den Vorjahren zweimal knapp an diesem Vorhaben gescheitert ist.
Das Zeug dazu hat die SG Harburg allemal für den Sprung in die zweithöchste
Klasse. Der traumhafte Saisonstart mit zehn Siegen in Folge sollte dem Team von
der Kerschensteinerstraße genügend Selbstvertrauen geben, auch kommende
Aufgaben zu meistern.
Die Tore: Claudia Hümpel (8), Sonja Storch (4), Viola Kosiedowski (4/davon ein
Siebenmeter), Sandy Lindner (3), Kathrin Behrens (3), Melanie Schuster (1).
Punktspiel gegen Olympia Neumünster / 17.11.01:
„Kieler Nachrichten vom 19.11.01“
24:20-Sieg bei Olympia
Die Kieler Krabben agieren in der Handball-Regionalliga der Frauen
spielerisch weiterhin hochklassig und in dieser knallharten Krimi-Woche
künstlerisch wertvoll. Im Nachbarschaftsderby bei Olympia Neumünster setzte die
HSG Holstein Kiel/Kronshagen mit dem 24:20-Sieg die Erfolgsserie fort, am
Mittwoch (20.15 Uhr, ARD, ”Ende der Saison”) folgt der Thriller, in dem die
Kieler Handballerinnen in ungewohnter Statistenrolle auch eine gute Figur auf
dem Parkett abgaben, und am Sonnabend erreicht die Spannung den Siedepunkt,
wenn Spitzenreiter SG Harburg beim Tabellenzweiten antritt.
”Zunächst einmal bin ich heilfroh, das Derby unbeschadet überstanden zu haben”,
freute sich HSG-Erfolgstrainer Jan Strunk, Olympias Heimnimbus auch ohne Katrin
Gohlke geknackt zu haben. Die effektivste Offensivspielerin, die bisher mehr
als ein Drittel aller Holstein-Tore erzielte, fehlte wegen einer
Knieverletzung.
Regisseurin Lene Ege’ war zwar rechtzeitig aus Norwegen in Neumünster
eingetroffen, erfreute sich allerdings einer Sonderbewachung. ”Wir haben die
Chancen zwar schön rausgespielt, aber in ebenso schöner Regelmäßigkeit
versägt”, stellte Jan Strunk eine unerwartete Abschlussschwäche fest.
Grund zum Zittern gab es für die Krabben trotzdem nicht. Die Deckung stand wie
ein wasserdichtes Alibi, und Katrin Maukel sowie Ann-Christin Thoma sorgten auf
den Halbpositionen für viel Druck.
Da Lene Ege nie über 60 Minuten ausgeschaltet werden kann und auch Rechtsaußen
Franziska Ziegler zwischenzeitlich zauberte, endete der erste Teil des
Handball-Krimis mit einem Happy End. Am Mittwoch folgt nun mit der
Mannschaftssitzung vor dem TV die zweite Folge der Trilogie, bei der Denise
Dewald allerdings fehlen wird. Die Berlinerin reduziert auf Grund ihrer Schwangerschaft
den kleinen Kieler Kader auf nur noch zwölf Spielerinnen. Aber dieses
dynamische Dutzend fiebert jetzt schon dem Hit gegen Harburg mit heißen Herzen
entgegen.
HSG: Jungjohann, Meyer – Ege (7/1), Gronau, Hansen (1), Köhn (1), Maukel
(5), Metz (1), Mordhorst, Schulz (1), Thoma (6), Ziegler (2).
„Holsteinischer Courier vom 19.11.01“
Die Handballerinnen des MTSV Olympia Neumünster können in der
Spitzengruppe der Regionalliga Nordost mithalten! Trotz einer 20:24
(5:7)-Heimnieder-
Lage gegen den tabellenzweiten HSG Holstein Kiel/Kronshagen boten
die Schützlinge von Trainer Volker Paul eine tolle Leistung und hätten mit ein
wenig mehr Glück für eine Sensation sorgen können.
Gäste-Trainer Jan Strunk war nach der Partie voll des Lobes für
den Gegner. „Olympia ist mit Sicherheit die Mannschaft, die uns bisher über 60
Minuten am meisten gefordert hat. Es war ein hartes Stück Arbeit hier zu
gewinnen“, fasste der Holstein-Coach ein wirklich packendes Handballspiel
zusammen. Die Kielerinnen mussten in der KSV-Halle auf ihre beste Torschützin ,
Katrin Gohlke, wegen einer Knieverletzung verzichten, so das nun die
norwegische Ausnahmespielerin Lene Ege das Spiel allein organisieren musste.
Schon nach 60 Sekunden drückte Ege der Partie ihren ganz persönlichen Stempel
auf. Mit einer herrlichen Einzelaktion ließ sie die gesamte Olympiaabwehr alt
aussehen und wuchtete den Ball mit einem ansatzlosen Wurf in den Torwinkel.
Olympia-Trainer Volker Paul reagierte sofort und stellte ihr eine
Bewacherin direkt auf die Füße. Abwechselnd versuchten sich Christine Gränert,
Kerstin Felkel und vor allem Katja Löbau in diesem Job. Trotz dieser
Sonderbewachung warf Ege aber immer noch 6 Tore und war somit der
spielentscheidende Faktor. „Ohne Lene Ege ist diese Mannschaft nur
Regionalliga-Mittelmaß“, meinte Paul. Dennoch taten sich die Gäste gegen eine
hervorragend eingestellte und engagiert zu Werke gehende Olympia-Mannschaft
sehr schwer, sodass die Begegnung über 60 Minuten spannend blieb. Wenn die
Angriffe der Kielerinnen mal nicht im Abwehrblock der Neumünsteranerinnen
hängen blieben oder die Würfe am Tor vorbei gingen, war bei Tanja Rathje meist
Endstation. Die Torhüterin erwischte einen äußerst guten Tag und entschärfte
reihenweise freie Würfe der Kielerinnen. Auf der Gegenseite hatte Olympia aber
nicht viel mehr Glück. Alleine achtmal klatschte das Leder in der ersten Hälfte
ans Aluminium und von dort in die Hände der Gäste. Zudem taten einige technische
Fehler ihr übriges, sodass Olympia den Rückstand zwar konstant auf ein bis zwei
Tore hielt, aber nicht von einer Führung träumen durfte.
Als mit insgesamt zwölf erzielten Toren die Seiten gewechselt
wurden, fühlten sich wohl die Offensivkräfte der Teams bei der Ehre gepackt und
legten jetzt richtig los. Das Tempo aus der ersten Halbzeit wurde jetzt noch
ein wenig erhöht, und es ging ständig hin und her. Erst baute die HSG ihren
Vorsprung kurzfristig auf drei Treffer aus, dann kam Olympia schnell wieder
heran und glich nach 42 Minuten durch ein wunderschönes Tor von Kerstin Felkel
zum 12:12 aus. „Wenn wir in dieser Phase in Führung gegangen wären, hätten wir
das Spiel mit Sicherheit gewonnen“, trauerte Paul den vergebenen Chancen nach.
Stattdessen gelang den Gästen innerhalb von 20 Sekunden ein Doppelschlag zum
12:14.
Entschieden wurde das Spiel schließlich zwischen der 52. und
56.Minute. Die Kielerinnen Ege, Ann-Christin Thoma und Katrin Maukel fassten
sich nach individuellen Fehlern der Gastgeberinnen im Spielaufbau und im
Abschluss aus dem Rückraum ein Herz und erzielten vom 14:15 bis 14:19 vier
schnelle Tore in Serie. Trotz dieser Vorentscheidung kämpften die
Olympianerinnen weiter und erzielten durch Kathrin Dencker sowie Andrea
Petersen nach tollen Spielzügen einige schöne Tore und hielten die Niederlage
in Grenzen. Mit dem nötigen Quäntchen Glück wäre vor einer wahren Rekordkulisse
in der brechend vollen KSV-Halle die Sensation nicht unmöglich gewesen.
„KN, Holsteiner Zeitung vom 19.11.01“
Handball Regionalligist überzeugte trotz Niederlage
Neumünster (ör) Die KSV-Halle in Neumünster war bis zum Bersten gefüllt. Und
die mehr als.300 Besucher brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. In einem auf
sehr hohen Niveau stehenden Spiel in der Handball-Regionalliga der Frauen
fehlte dem MTSV Olympia Neumünster einfach das Quäntchen Glück, um ein
.besseres Resultat als das 20:24 (5:7) gegen den ungeschlagenen Tabellenzweiten
HSG Holstein Kiel/Kronshagen zu erzielen.
”Wir können froh sein, das Spiel überstanden zu haben. Olympia war der erste
Gegner, der uns über 60 Minuten voll gefordert hat”, meinte HSG-Coach Jan
Strunk. Die Erleichterung beim Trainer entlud sich auch in einer Jubeltraube
seiner Spielerinnen. Dabei herrschte in der ersten Halbzeit zunächst noch
Mangelware an Toren. Das hatte zwei Gründe.
Zum einen rettete nach Würfen von Agnieszka Szpila, Kathrin Dencker und nicht
zuletzt Andrea Petersen gleich achtmal das Aluminium für die bereits
geschlagene Sigrid Jungjohann im Kieler Tor, und zum anderen brachte Olympias
Torhüterin Tanja Rathje die Gäste schier zur Verzweiflung. Neun gehaltene
Bälle, darunter ein Siebenmeter von Lene Ege sowie tolle Fuß- und Handreflexe
gegen die freistehenden Diana Köhn, Ann-Christin Thoma und Meike Gronau, ließen
den besten Angriff der Liga mit nur sieben Toren in die Kabinen gehen.
Zusätzlich hatte die Maßnahme von Olympias Trainer Volker Paul mit der
Manndeckung von Katja Löbau oder Cristine Gränert gegen Ege dem Spiel der Gäste
viel von der Effektivität genommen. Allerdings hielt sich die Norwegerin lange
Zeit auch deutlich zurück.
Die Gäste, die ihre gefährlichste Gegenstoßspielerin Katrin Gohlke
(Knieverletzung) schmerzlich vermissten, konnten sich diesen Luxus bis rund 20
Minuten vor dem Ende leisten. Als Olympia nach Toren von Dencker, Petersen und
Felkel das 9:12 egalisierte, wankten die Kielerinnen und nun drehten Ege und
Katrin Maukel und Ann- Christin Thoma auf.
Knackpunkt aber war wohl die Petersen-Zeitstrafe. Obwohl sie mit ihrem Protest
im Recht war - Ege; die per Gegenstoß an Rathje scheiterte, hatte den Ball
unerlaubterweise geführt – war die Schimpfkanonade überflüssig. ”Wenn wir hier
in Führung gehen, bin ich mir jetzt noch sicher, dass wir gewonnen hätten”,
kommentierte Paul.
So aber kam Holstein durch Köhn und Ege in Überzahl wieder zu einem
Zwei-Tore-Vorsprung, der zwischendurch sogar auf 20:15 (55.) ausgebaut wurde.
Im Schlussspurt verkürzten die Neumünsteranerinnen auf 19:21 und mussten 100
Sekunden vor Schluss versuchen, mit passiver Abwehr in Ballbesitz zu kommen.
Nun kam die Show von Lene Ege,. die mit einem ”Bilderbuch-Wackler” gleich drei
Olympianerinnen vernaschte und das Spiel ’beim 19:22 entgültig entschied. ”Wir
haben uns gut verkauft, Holstein war ein wenig im Glück”, sagte Paul, der den
Kielern einen Sieg beim Tabellenführer Harburg am nächsten Wochenende voraus
sagte.
Olympia NMS: Rathje, Albrecht (n.E.); Wildner (2), Reinert (n.E.), Hoffmann
(n.E.), Reimers, Felkel (2), Löbau (1), Petersen (5), Gränert (1), Dencker (7/
davon 5 Siebenmeter), Szpila (2/1).
Punktspiel gegen Elmshorner MTV / 4.11.01:
„Kieler Nachrichten vom 5.11.01“
Strunk-Team weiter ungeschlagen
Spaß hat der glanzlose 28:22 (17:13)-Arbeitssieg der HSG Holstein
Kiel/Kronshagen in der Handball-Regionalliga der Frauen über den Elmshorner MTV
den mehr als 160 erwartungsfrohen Zuschauern auf der vollbesetzten Tribüne
sowie den 12 ”Krabben” und ihrem Erfolgstrainer Jan Strunk auf dem Parkett
sicherlich nicht gemacht, aber immerhin konnte der weiterhin ungeschlagene
Tabellenzweite dem beachtlichen Punktekonto zwei weitere Zähler hinzufügen.
Selbst die harte Gangart der Gäste und die haarsträubenden Entscheidungen des
konsequent schlechten Schiedsrichtergespanns Olaf Jantzen/Lutz Ehlers aus Bad
Segeberg konnten die Kielerinnen nie aus der Ruhe bringen. Nur in den ersten 25
Minuten kam der Motor der Holsteinerinnen ein bisschen stotternd in Schwung. In
der Deckung klafften nach der frühen Verletzung (2.) von Sonja Hansen
ungewohnte Lücken, die vor allem MTV-Akteurin Nicoleta Baicu zu nutzen wusste,
und im sonst so schnellen Offensivwirbel war doch etwas Sand im Getriebe. Erst
als Sigrid Jungjohann die diesmal glücklose Christine Meyer zwischen den
Pfosten ablöste, kehrte mehr Sicherheit in die Angriffs-Aktionen der HSG
zurück. Ein energischer Zwischenspurt jeweils fünf Minuten vor (14:13) und nach
dem Seitenwechsel (21:13) sorgte für Klarheit im taktischen und technischen
Kräfteverhältnis. Was anschließend bis zum fast einzigen korrekten Schlusspfiff
folgte, war ein farbenfrohes Festival an Zeitstrafen (18) und roten Karten
(Katrin Gohlke; Janina Hopp:, Linda Sawade) der Männer in Schwarz. Erst beim
finalen Siebenmeter von Lene Ege keimte wieder etwas Spaß bei den Kielerinnen
auf, auch wenn sie mit ihrem Pirouetten-Strafwurf scheiterte.
HSG: Meyer, Jungjohann – Gohlke (8/3), Maukel (3), Hansen, Ziegler (2),
Thoma (8), Schulz, Dewald, Ege (5/3), Gronau (2), Metz.
„Elmshorner Nachrichten vom 5.11.01“
EMTV-Team bei Holstein Kiel hart angefasst: 22:28-Niederlage
Elmshorn/Kollmar.
Es war weniger deutlich wie erwartet: Die Elmshorner
Regionalliga-Handballerinnen mussten bei Holstein Kiel eine 22:28-Niederlage
hinnehmen. Noch bis zur 25. Minute hielten die Schützlinge von Trainer Patrick
Drefke die Partie ausgeglichen 13:-13, ehe die Kielerinnen davonzogen.
Trainer Drefke vielsagend: "Die Schiedsrichter waren etwas
unausgeglichen." Gegen die Gäste aus der Krückaustadt verhängten die Referees
zwölf Zeitstrafen, gegen die Gastgeber aus der Landeshauptstadt ganze sechs.
Dabei sah der Elmshorner Coach "einen vorsätzlichen Kopftreffer" beim
Siebenmeter gegen die Elmshorner Torhüterin Miriam Hawen und einen
Ellbogencheck gegen die Rumänin Nicoleta Baicu, die beiden besten Spielerinnen
im Dress des Elmshorner MTV.
Die Mannschaft ärgert sich jetzt über die Spielpause, denn die Leistung in Kiel
war mehr als beachtlich. Einen Sparringspartner für das kommende spielfreie
Wochenende zu finden hält Drefke für aussichtslos: "Ein Gegner aus der
Bezirksliga würde uns nicht weiterhelfen."
Punktspiel gegen VfL Bad Schwartau / 27.10.01:
„Kieler Nachrichten vom 29.10.01“
32:14 - "Krabben"-Fabrik produziert beste Qualität
Froh über das, was seine Spielerinnen derzeit ”fabrizieren” war
Jan Strunk, Trainer der HSG Holstein Kiel/Kronshagen nach dem deutlichen 32:14
(12:6) in der Handball-Regionalliga der Frauen bei der SG VfL Bad Schwartau.
Durfte er auch sein, steht doch das ”Krabben”-Fabrikat derzeit für Qualität in
puncto Spielwitz und Torhunger.
Körperlich weit überlegen und in der Abwehr kompakt, setzte sich die HSG
schnell auf 4:0 ab, baute den Vorsprung bis zum 12:6 zur Pause aus. ”Aus den
Ballgewinnen haben wir phasenweise nicht genug gemacht, uns dem Gegner zu sehr
angepasst”, kritisierte Strunk. Trotzdem konnte er beruhigt mit ansehen, wie
seine Spielerinnen dem Gegner keine Chance ließen und ihre Trefferquote auf
mehreren Schultern verteilten.
”So bin ich nicht immer auf Top-Tage einzelner Spielerinnen angewiesen.“ An die
Tabellenspitze schiele man indes nicht. Die Partien gegen die direkten
Konkurrenten werden Aufschluss geben. Bis dahin wolle man, so Strunk, ”noch
üben”.
HSG: Meyer, .Jungjohann – Ege (7/3), Gohlke (9), Maukel (7), Hansen
(4),. Metz, Thoma (1), Schulz, Dewald, Gronau (2), Ziegler (2)
„Lübecker Nachrichten vom 30.10.01“
Lübeck - Ideenlos, ratlos, hilflos - die
Regionalliga-Handballerinnen der SG Schwartau kassierten erneut eine deftige
Pleite, diesmal in der heimischen Jahnhalle. Die SG-Frauen verloren eine Woche
vor dem Pokal-Derby gegen Zweitligist SC Buntekuh gegen die HSG Kiel/Kronshagen
mit 14:32 (6:12).
"Wenn wir so gegen Buntekuh spielen, kassieren wir 40 ,Dinger'. Wo soll
das noch hinführen", war Trainer Bernd Kunz nach der Heimpleite tief
enttäuscht und auch ratlos. "Ich bin seit zehn Jahren Trainer, aber ich
wusste zum ersten Mal nicht mehr, was ich noch machen sollte. Egal wen ich
brachte oder in welchen taktischen Formationen wir spielten - es wurden stets
die gleichen Fehler gemacht. Ich konnte nicht mehr helfen."
In der Tat: Das Spiel der SG-Frauen glich den vergangenen. Stark in der Deckung
(16 Bälle wurden vor der Pause gewonnen), zeigten sie sich im Vorwärtsgang
nicht fehlerfrei, "brachten sogar Bälle über drei Meter nicht an",
monierte Kunz. Die Kielerinnen luden sie so immer wieder zu leichten Toren ein.
"Jetzt müssen wir im Training bei Null anfangen, erst einmal Passspiel
üben", so Kunz, der in der Vorwoche noch versucht hatte, seinen jungen
Spielerinnen in Gesprächen die Angst vor Fehlern zu nehmen.
Seine Frauen begannen auch verheißungsvoll, steckten einen 0:4-Rückstand weg,
kamen auf 4:6 heran, um dann wieder in die bekannten Fehler zu verfallen. Nach
der Pause (6:12) gelang kaum noch etwas. Halbzeit zwei ging so deutlich mit
8:20 verloren. Für die SG-Frauen trafen Jessica Tamm (4/2), Kathrin Hansen
(4/1), Wiebke Kunz (3), Nicole Metz (2) und Kirstin Schukowski.
Trainer Kunz, der seinem jungen Team, das nach dem Abstieg aus der 2.
Bundesliga stark verjüngt wurde, noch Schonzeit bis Ende November gegeben
hatte, kündigte derweil eine härtere Gangart an: "Wenn das, was wir im
Training immer und immer wieder üben, nicht umgesetzt wird, müssen wir mit
Strafen arbeiten. Vielleicht hilft das ja."
Punktspiel gegen MTV Herzhorn / 20.10.01:
„Kieler Nachrichten vom 22.10.01“
Der MTV Herzhorn fand in der Handball-Regionalliga der Frauen am
Sonnabend nie ein probates Mittel gegen die starke HSG Holstein
Kiel/Kronshagen. Die Folge: zehn Siebenmeter für die HSG, davon neun
verwandelt, zehn Zeitstrafen gegen den MTV, Endergebnis 28:14 für Kiel. ”Wir
fühlen uns besonders in eigener Halle sehr wohl. Hoffentlich wird die
Erwartungshaltung der Zuschauer nicht zu groß”, sagte HSG-Trainer Jan Strunk
nach einem weiteren beeindruckenden Heimsieg. Der geriet nach anfänglichen
Nachlässigkeiten bis zum 7:6 (15.) niemals in Gefahr. Die Abwehr zeigte eine
sichere Vorstellung, im Angriff überforderten die Kielerinnen den Gegner durch
schnelle und variantenreiche Kombinationen. Selbst die Maßnahme, Lene Ege in
enge Deckung zu nehmen, erwies sich für Herzhorn als Nachteil. ”Im Spiel fünf
gegen fünf boten sich uns große Lücken”, so Strunk. Die nutzten besonders die
Rückraum-spielerinnen Katrin Maukel mit sechs und Ann-Christin Thoma mit fünf
Treffern. Immer wieder wusste sich der MTV nur mit Fouls zu helfen. Die
Vielzahl der Siebenmeter verwandelte Lene Ege sicher. Später wurde sie von
ihrer Sonderbewachung ”erlöst” und durch Stefanie Metz ersetzt. Einen
”Qualitätsverlust” sah Coach Jan Strunk in der Folgezeit nicht, die er für
weitere personelle Experimente nutzte. ”Es läuft gut”, so Strunk. ”Und wenn wir
in den nächsten beiden Partien nicht patzen, wird es zum Ende der Hinrunde
richtig interessant.”
HSG: Meyer, Jungjohann – Ege (11/8), Gohlke (3/1), Maukel (6),
Hansen, Metz, Thoma (5), Schulz (1), Dewald, Gronau, Ziegler (2)
Punktspiel gegen HSV Grimmen / 13.10.01:
„Kieler Nachrichten vom 15.10.01“
Mit zwei Punkten und weiteren Präsenten kehrten die Kieler Krabben
mit einer flotten Fangquote von der Fahrt zur HSG Grimmen an die Förde zurück.
Wie in einem Märchen zauberten die Schützlinge von Jan Strunk beim 35:27
(16:15)- Sieg in Mecklenburg-Vorpommern in der Offensive, verlängerten die
stolze 9:1-Zwischenbilanz um zwei weitere Zähler und feierten den behaupteten
zweiten Tabellenplatz in der Handball-Regionalliga der Frauen nach einer
feucht-fröhlichen Heimreise anschließend noch ausgelassen in einem beliebten
Handball-Treff der Landeshauptstadt. Dass bei der Tombola des nicht wie ein
möglicher Abstiegskandidat auftretenden Gastgebers mit den beiden Hauptpreisen
(Präsentkorb und ein Essen beim besten Griechen in Grimmen) auch noch das
Füllhorn über den mitgereisten HSG-Fans ausgeschüttet wurde, rundete den
schönen Ausflug Richtung Rostock zum Schlusslicht der Regionalliga ab. ”Alle
waren froh, die undankbare Aufgabe ordentlich gelöst zu haben. Ein Sieg beim
Tabellenletzten ist zwar eigentlich Pflicht, aber wie schnell wird man sonst
schon mal zur Lachnummer”, bescheinigte Jan Strunk seinem Team eine gute
Angriffsleistung: ”An der Abwehr werden wir arbeiten, aber wenn den
Spielerinnen vorne nichts einfällt, ist es schlimmer.” Neben den bewährten
Qualitäten von Lene Ege oder Katrin Gohlke konnten in Grimmen mit der
Unbekümmertheit von Ann-Christin Thoma (neun Treffer) und der resoluten
Spielweise von Katrin Maukel zwei weitere Holsteinerinnen attraktive Akzente
setzen. ”Ann-Christin macht von Woche zu Woche einen Schritt nach vorn, und
Katrin hat auch wieder Fuß gefasst”, verteilte der Kieler Handballlehrer
Komplimente.
HSG: Jungjohann, Meyer – Ege (8/3), Gohlke (6), Gronau, Hansen (3), Köhn
(2/1), Maukel (3), Metz, Schulz (3), Thoma (9), Ziegler (1)
Punktspiel gegen MTV Wandsbek 72 / 6.10.01:
„Kieler Nachrichten vom 8.10.01“
Handball-Regionalliga: ”Krabben” souverän
Die HSG Holstein Kiel/Kronshagen bleibt in der Handball-Regionalliga der Frauen
auf der Überholspur. Ein 30-minütiger rasanter Spielrausch reichte, um im
Spitzenspiel gegen den MTV Wandsbek 72 einen ungefährdeten 24:16
(16:6)-Heimsieg einzufahren. Regisseurin Lene Ege in Länderspielform und
Torfrau Christine Meyer mit 17 gehaltenen schweren Bällen waren die
Führungspersönlichkeiten auf dem Parkett, die in der konfusen zweiten Halbzeit
bei den ”Krabben” klaren Kopf behielten und den Weg auf den zweiten
Tabellenplatz ebneten.
Von der internationalen Bühne hat sich die schlitzohrige Norwegerin zwar auf
eigenem Wunsch zurück gezogen, aber wer das temperamentvolle Energiebündel mit
ihren Gegenspielerinnen Katz und Maus spielen sieht, muss diese Entscheidung
aus sportlicher Sicht einfach bedauern. Vor dem Seitenwechsel drückte Lene Ege
ordentlich auf das Gaspedal, nach dem Pausentee zog die 25-jährige Strategin
die Handbremse an, als ihre Mannschaftskameradinnen nicht mehr auf Touren kamen
und nur noch mit viel Leerlauf die zwei Punkte unter Dach und Fach brachten.
"Da hat man gesehen, dass wir uns noch verbessern müssen", sagte
Ann-Christin Thoma, die zusammen mit Maike Gronau im Windschatten von Lene Ege
auf den Halbpositionen zunächst viele positive Akzente setzte.
In überragender Form präsentierte sich zudem Christine Meyer. Wie
Windmühlenflügel rotierten die Extremitäten der 181 Zentimeter langen
Torhüterin zwischen den Pfosten. Was die Wandsbekerinnen auch versuchten, die
35-jährige Teammanagerin bekam immer eine Hand oder einen Fuß an den Ball.
"Die Deckung stand einfach gut", gab Meyer das Lob an ihre
Vorderleute weiter. "Wir wollen uns aber nicht mit Spekulationen belasten,
welche Plätze wir belegen könnten. Es wird jetzt immer schwieriger zu
gewinnen."
Nun, zumindest die bisher ungeschlagenen Hamburgerinnen waren lange Zeit völlig
perplex ob des HSG-Angriffswirbels. MTV-Trainer Dr. Lutz Siemsglüss durfte nach
der frühen Auszeit (16.) nur mit der Moral einer überforderten Mannschaft
halbwegs zufrieden sein: "Die Kielerinnen waren sogar mit dem Ball stets
zwei Schritte schneller als wir."
Punktspiel gegen SG Kisdorf-Leezen / 30.9.01:
„Kieler Nachrichten vom 1.10.01“
Wieder zwölf Tore von Katrin Gohlke
HSG Holstein Kiel/Kronshagen nach 22:13 schon auf Platz zwei
Die HSG Holstein Kiel/Kronshagen setzte die jüngste Erfolgsserie
in der Handball-Regionalliga der Frauen in beeindruckender Art und Weise fort
und entführte mit dem 22:13 (11:6) bei der SG Kisdorf/Leezen nun zum ersten Mal
in dieser Saison beide Punkte aus der Fremde. Ein starker Abwehrverband und
Linksaußen Katrin Gohlke mit erneut einem Dutzend Toren in der Form ihres
Lebens sorgten dafür, dass die Kieler Krabben schon auf Platz zwei immer
dichter an die Tabellenspitze krabbeln. Traumwandlerisch sicher im
Tempogegenstoß nutzte die 26-jährige Bundesgrenzschutzbeamtin die präzisen
Vorlagen ihrer Mitspielerinnen, um dank ihrer Schnelligkeit und
Kaltschnäuzigkeit das persönliche Torkonto auf 37 Treffer in drei Spielen zu erhöhen.
Selbst eine kurze Deckung gegen die Kieler Regisseurin Lene Ege ist längst kein
probates Mittel mehr, den Spielfluss der Holsteinerinnen zu hemmen. ”Das liegt
den anderen dann umso mehr”, freut sich HSG-Trainer Jan Strunk über die
Unberechenbarkeit seines kleinen Kaders. Sogar der kurzfristige Ausfall von
Sigrid Jungjohann zwischen den Pfosten, die sich einen Lendenwirbel ausgerenkt
hatte, konnte durch Christine Meyer glänzend kompensiert werden. Vom Teamgeist
angesteckt wurde auch Inga Siedenburg, die sich spontan als Ersatzfrau im Tor
auf dem Spielberichtsbogen eintragen ließ.
HSG: Siedenburg, Meyer – Ege (4/3), Gohlke (12), Gronau, Hansen (2),
Köhn (1), Mauke, Metz, Mordhorst, Schulz (1), Thoma (2)
Punktspiel gegen DGF Flensborg / 22.9.01:
„Kieler Nachrichten vom 24.9.01“
Die HSG Holstein Kiel/ Kronshagen blieb auch am zweiten Spieltag
in der Handball-Regionalliga der Frauen ungeschlagen und kratzte beim 20:20
(9:10) sogar am Heimnimbus der Unbesiegbarkeit der DGF Flensburg. Seit 1999 hat
der Aufsteiger in eigener Halle inzwischen schon nicht mehr verloren und
rettete diese bemerkenswerte Bilanz allerdings erst 30 Sekunden vor dem
Abpfiff.
Wichtiger als das Ergebnis dürfte für die Kieler dagegen die Erkenntnis sein,
dass man auch ohne die aus privaten Gründen fehlende Regisseurin Lene Ege
konkurrenzfähig ist.
Wie schon in der Vorwoche überzeugten die Holsteinerinnen auch im hohen Norden
erneut spielerisch.
Katrin Gohlke knüpfte mit neun Treffern dort an, wo sie gegen Eidelstedt
aufgehört hatte. Ann-Christin Thoma ging im Angriff ebenfalls sehr beherzt auf
Torejagd, und die erst 16-jährige Annika Mordhorst zeigte bei ihrem
Regionalliga-Debüt schon gute Ansätze.
Einziges Manko blieb die Chancenverwertung der offensivfreudigen Spielerinnen
von Jan Strunk. „Wenn man so viele Fahrkarten wirft, fängt man irgendwann an,
über diese Fehlversuche nachzudenken", registrierte der Handballlehrer mit
mehr als 30 verpatzten Angriffen eine schlechte Wurfquote.
Maßgeblichen Anteil an diesem Kieler Manko hatte die ehemalige Mönkebergerin
Anja Pullwitt zwischen den DGF-Pfosten, die viele Bälle wie mit einem Magneten
in den Schuhen magisch anzog.
HSG: Jungjohann, Meyer – Gohlke (9/2), Gronau (1), Hansen (1), Köhn
(3/3), Maukel, Metz, Mordhorst, Schulz, Thoma (5), Ziegler (1)
„Flensburg Avis vom 24.9.01“
20:20 gegen Spitzenreiter HSG Holstein Kiel
DGF-Frauen nicht wieder zu erkennen
Dank
einer grandiosen kämpferischen Leistung haben die Frauen von DGF Flensburg
ihren ersten Punkt in der Handball-Regionalliga geholt. Gegenüber der
Auftaktpleite in Elmshorn waren die DGF-Frauen nicht wieder zu erkennen und
ließen Spitzenreiter HSG Holstein Kiel/ Kronshagen beim 20:20 (10;9] nur selten
ins Spiel kommen. ”Vom Spielverlauf her wäre sicher mehr möglich gewesen, doch
am Ende ist die Punkteteilung gerecht”, sagte Trainer Bernd Vosgerau. Wie schon
bei der Niederlage in Elmshorn hatte Aufsteiger DGF zunächst Probleme mit der
offensiven 3:2:1-Deckung der Gäste.
Aufstiegsfavorit Holstein Kiel/Kronshagen provozierte geschickt einen
Flensburger Fehler nach dem anderen und ging nach zehn Minuten mit 4:1 in
Führung. Die Flensburgerinnen zeigten sich diesmal wenig geschockt und spielten
fortan mit mehr Geduld im eigenen Angriff, Dank der sicher stehenden Deckung
kämpfte sich DGF wieder auf 5:5 heran. ”Diese Phase war sehr wichtig für unser
Selbstvertrauen, um nicht wieder hoffnungslos ins Hintertreffen zu gelangen”,
sagte Vosgerau, Die Führung wechselte fortan hin und her, bis DGF kurz vor der
Halbzeitpause die 10:9- Führung gelang. Mit gestärktem Selbstvertrauen kam DGF
aus der Kabine. Dank der Paraden von Torhüterin Anja Pullwitt konnten einige
erfolgreiche Konter eingeleitet werden, welche die Gastgeberinnen zur
14:11-Führung (40) nutzen konnten. In dieser Phase schwächte sich DGF durch
zwei unnötige Zeitstrafen selbst und brachte den Gegner noch einmal ins Spiel
zurück. ”Mit ein bisschen mehr Cleverness hätten wir da schon den Sack zu
machen können”, bedauerte Vosgerau. Nach dem 14:14-Ausgloich konnte sich keine
Mannschaft mehr entscheidend absetzen.
Kiel legte vor und Flensburg glich aus, Beim 18:18 hatte DGF noch einmal Pech,
als der Ball schon über der Torlinie schien, aber die Schiedsrichter das Spiel
weiterlaufen ließen. So mussten die Flensburgerinnen bis zur Schlussminute
zittern, als der viel umjubelte und verdiente Ausgleich gelang, ”Die Mannschaft
hat heute die erwartete Leistungssteigerung gezeigt und verdient einen Punkt
gewonnen”, freute sich Vosgerau.
Punktspiel gegen Eidelstedter SV / 15.9.01:
„Kieler Nachrichten vom 17.9.01“
Katrin Gohlke beim 32:17 gegen Eidelstedt 16-fache Torschützin für
Holstein
Das Heimdebüt der HSG Holstein Kiel/Kronshagen in der Regionalliga der Frauen
begeisterte mehr als 130 Zuschauer in der Halle am Suchsdorfer Weg. Mit 32:17
(17:8) wurde der Titelanwärter Eidelstedter SV nach allen Regeln der
Handball-Kunst verputzt. Der erste „Krabben Cocktail" der Saison 2001/2002
war mehr als nur ein Appetithäppchen auf weitere sportliche Leckerbissen und
dürfte ein Vorgeschmack auf die nächsten Delikatessen sein. Für das Dressing
auf diesem Festmahl sorgten Regisseurin Lene Ege, die für ihren Spielwitz immer
wieder Szenenapplaus erhielt sowie Linksaußen Katrin Gohlke, die 16 Tore zum
Rausch der Sinne beisteuerte.
Stillstand gab es bei der taktisch und konditionell hervorragend vorbereiteten
Truppe von HSG-Trainer Jan Strunk nur bei der Gedenkminute für die Opfer der
abscheulichen Attentate in Amerika. Ansonsten waren alle Akteurinnen 60 Minuten
permanent in Bewegung, standen bereits fünf Minuten nach dem Halbzeitpfiff
wieder voller Tatendrang auf dem Parkett und trieben die hoch gehandelten
Eidelstedterinnen mit ihrer unorthodoxen Offensivdeckung und den attraktiven,
temporeichen Angriffsvarianten schier zur Verzweiflung. „Bei uns herrschte das
blanke Chaos. Einige kommen wohl mit dem Druck der als Favorit auf uns lastet
nicht klar", staunte die ehemalige Schwartauer Zweitligaspielerin Dana
Kretschmann, die zwar elf Treffer erzielte aber von ihren Mitspielerinnen
kläglich im Stich gelassen wurde, über den wunderbaren Wirbel den die
Holsteinerinnen veranstalteten.
Den raffinierten Anspielen der Norwegerin Lene Ege – vor den Augen ihres Mannes
Steinar (Torwart beim THW Kiel) und der elf Monate alten Tochter Lotte auf der
Tribüne - an den Kreis oder per Rückhand auf die Halbpositionen und präzisen
Pässen zum schnellen Gegenstoß standen die Gäste völlig hilflos gegenüber.
Nutznießer dieser vorzüglichen Vorarbeit war neben Ann-Christin Thoma oder
Katrin Maukel und Sonja Hansen vor allem Katrin Gohlke. Ein Dutzend Mal schloss
die 26-jährige Traumkombinationen fast nach Belieben erfolgreich ab, vier Tore
versenkte sie zusätzlich vom Siebenmeterpunkt. „An so ein Spiel kann ich mich
überhaupt nicht erinnern. Das hat wirklich allen viel Spaß gemacht",
strahlte die kongeniale Partnerin von
Lene Ege mit ihren Teamkolleginnen um die Wette.
„Wenn es läuft, passt eben alles und Eidelstedt ist ja nicht irgendein Gegner.
So ein Ergebnis mit 32 Toren zum Einstand, da bekomme ich ehrlich gesagt fast
schon ein bisschen Angst", genoss auch Jan Strunk den in dieser Höhe
sensationellen Triumph.
HSG: Meyer, Jungjohann – Gohlke (16/6), Maukel (2), Hansen (4), Ziegler
(l), Thoma (4), Köhn (1/1), Ege (2), Schulz, Dewalt, Gronau (2)
„Vorbericht Kieler Nachrichten vom 15.9.01“
HSG-"Krabben" fordern Favoriten
Während der Saisonstart in Schleswig-Holstein auf Grund der
abscheulichen Attentate in Amerika ab der Handball-Oberliga abwärts um eine
Woche verschoben wurde; soll nach dem Willen der verantwortlichen Funktionäre
in der Regionalliga weiter um Tore, Punkte und Siege gekämpft werden.
Ihr Heimdebüt hätten sich die Handballerinnen der HSG Holstein Kiel/Kronshagen
heute um 17 Uhr (Sporthalle des Schulzentrums am Suchsdorfer Weg) sicherlich
fröhlicher vorgestellt. Trotzdem versuchen die „Krabben" den favorisierten
Eidelstedterinnen einen oder vielleicht sogar beide Punkte zu verpulen. „Wir
wissen, was wir können und hoffen, zumindest einen guten Auftritt hinlegen zu
können. Niemand erwartet Wunderdinge gegen einen Meisterschaftsanwärter von
uns", nimmt HSG-Trainer Jan Strunk fürsorglich den Druck von seinem Team.
Bis auf die Rekonvaleszentin und dienstälteste Holsteinerin Diana Köhn stehen
inzwischen alle Spielerinnen aus dem doch recht kleinen Kader wieder zur
Verfügung, auch wenn die 23-jährige Rückraumakteurin Katrin Maukel nach ihren
ersten sportlichen Gehversuchen erst langsam wieder auf die Beine kommt.
Saisonvorbericht:
„Kieler Nachrichten vom 11.9.01“
Eine zentrale Rolle für Lene Ege
Frauen der HSG Holstein Kiel/Kronshagen starten gut vorbereitet in
die Regionalliga-Saison
In
der Handball-Regionalliga der Frauen fiebert die HSG Holstein Kiel/Kronshagen
nach den sehr guten Testspielergebnissen nun dem Saison-Startschuss entgegen.
Das Ende der Trainer-Ära mit Tina Asmussen wird für Nachfolger Jan Strunk und
seinem neuformierten Team, zum Auftakt am Sonnabend um 17 Uhr gegen einen der
Top-Favoriten auf die Meisterschaft, den Eidelstedter SV, gleich mit einer sehr
schweren Standortbestimmung besiegelt.
Nimmt man die bisherigen Eindrücke zum Maßstab, müsste ich mir wohl keine
sportlichen Sorgen machen. Jetzt gilt es, sich unter Wettkampfbedingungen zu
beweisen", hofft der 34-jährige Anwalt, der in der Handball-Szene als
Verfechter einer offensiven Deckungsvariante gilt, dass zum doppelten
Trikotsatz seiner Schützlinge in Stresssituationen auch ein gutes Nervenkostüm
gehört.
Eine zentrale Rolle im Konzept von Jan Strunk spielt dabei die norwegische
Nationalspielerin Lene Ege. Mit der Ehefrau des THW-Torwarts Steinar haben die
Holsteinerinnen einen ganz dicken Fisch an Land gezogen. Die 25-jährige
Rückraumspielerin, die vom Oberligisten TuS Holtenau zur HSG gewechselt ist,
soll als Regisseurin die Fäden ziehen und in der Abwehr die Kommandos geben.
"Selbst wenn Lene mal ausfällt, verlieren wir nicht gleich. Die
Verantwortung ist auf vielen
Schultern verteilt. Die Abgänge einiger Leistungsträgerinnen wurden gut
verkraftet. Dafür haben sich jetzt Spielerinnen aus dem zweiten Glied
freigeschwommen", wertet Jan Strunk den vierten Platz des Vorjahres nicht
als belastende Hypothek sondern als motivierenden Anreiz.
Als Hecht im Karpfenteich könnten die "Kieler Krabben" im oberen
Tabellendrittel konkurrenzfähig sein.
Tor: Sigrid Jungjohann, Christine Meyer (reaktiviert).
Feld: Denise Dewalt (gekommen von Siemensstadt Berlin), Lene Ege
(TuS Holtenau), Katrin Gohlke, Meike Gronau, Sonja Hansen, Diana Köhn, Katrin
Mauke, Stefanie Metz (SV Friedrichsort), Annika Mordhorst (eigene Jugend mit
Doppelspielberechtigung), Dajana Schulz, Ann-Christin Thoma, Franziska Ziegler.
Trainer: Jan Strunk
Abgänge: Tina Rudat (TuS Holtenau), Iris Mainusch (Lüneburg), Maren
Starck (beruflich), Steffi Woelcke (unbekannt), Mareke Siedenburg (Studium in
Flensburg), Inga Siedenburg (hört auf).
Kieler Woche Cup 2001:
„Kieler
Nachrichten vom 18.6.01“
Asmussen-Abschied
Gelungener Strunk-Einstand beim Holstein-Handball-Cup
Die SG Minden hat das 23. Hallenhandball-Turnier für Frauenmannschaften der HSG
Holstein Kiel/Kronshagen gewonnen. Der Bundesligist holte sich den Kieler
Woche-Cup 2001 unangefochten vor dem Gastgeber, bei dem Jan Strunk einen guten
Einstand als Nachfolger von Tina Asmussen auf der Trainerbank feierte.
Die Mindenerinnen zeigten sich an beiden Turniertagen putzmunter. Trainer
Dieter Löffelmann: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben das Turnier schon ernst
genommen. Das ganze Drumherum in Kiel ist bärenstark, und als Titelverteidiger
kommen wir im nächsten Jahr gerne wieder.“
Nur einmal musste Löffelmann seine ‚Landratten“ an der Kieler Küste etwas
lautstarker wecken ("Hört hier auf, La Paloma spielen zu wollen"),
als die Holsteinerinnen dem haushohen Favoriten handballerisch und körperlich
beherzt Paroli boten. Letztlich setzte sich der Bundesligist gegen den Kieler
Regionalligisten mit 17:12 durch.
„Hut ab. Das war schon ganz anständig. Immerhin haben wir in der zweiten
Halbzeit ein Remis erkämpft“, kommentierte Holsteins neuer Coach Jan Strunk.
Derweil schaute sich seine Vorgängerin Tina Asmussen, die die Landeshauptstadt
aus beruflichen Gründen schweren Herzens verlassen wird, das Geschehen mit
gemischten Gefühlen etwas abseits stehend an.
„Das Zugucken geht eigentlich noch, aber der Abschied fällt mir schon schwer“,
hatte die Sportwissenschaftlerin, die mehr als ein Jahrzehnt sehr erfolgreich
im Trikot oder auf der Trainerbank Handball-Vereinsgeschichte für die HSG
Holstein Kiel/Kronshagen schrieb, schon einen kleinen Kloß im Hals.
Die von den Fans festlich dekorierte Halle und der zweite Platz ihrer ans
Holstein-Herz gewachsenen Mannschaft war sowohl für Tina Asmussen ein würdiger
Abschied als auch für Jan Strunk ein schöner Auftakt.
Meldung:
„Kieler Nachrichten vom 6.6.01“
Wechsel bei der HSG Holstein
Jan Strunk folgt Tina Asmussen auf dem Trainerstuhl
Beim Handball-Regionalligisten HSG Holstein Kiel / Kronshagen werden die
Weichen für die sportliche Zukunft gestellt. Nach dem beachtlichen vierten
Tabellenplatz in der abgelaufenen Saison peilen die ranghöchsten Kieler
Handballerinnen langsam wieder höhere Ziele an. Ein fliegender Wechsel soll den
Frauen dabei Flügel verleihen, denn Jan Strunk folgt der bisherigen
HSG-Verantwortlichen Tina Asmussen auf der Trainerbank.
„Das soll kein sportliches Himmelfahrtskommando werden. Ich brauche nur ein
bisschen Anlaufzeit, um eine solide Basis zu finden“, freut sich Jan Strunk auf
die neue Herausforderung. Eine „feindliche Übernahme“ der leitenden Position
durch den bisherigen KMTV-Coach (Bezirksliga Männer) hat es auch nicht gegeben,
denn Tina Asmussen scheidet nach insgesamt elf Jahren als Spielerin und als
Übungsleiterin (3) bei den Kieler „Krabben“ keineswegs im Unfrieden aus ihrem
Amt.
„Fakt ist, dass ich einen Job suche. Wenn ich den in Kiel nicht bekomme, muss
ich mich beruflich woanders orientieren. Natürlich liegt mir die Mannschaft
sehr am Herzen, aber es ist für alle Beteiligten der vernünftigste Weg
rechtzeitig Planungssicherheit zu schaffen“, zeigt Tina Asmussen vollstes
Verständnis für die Entscheidung des Vereins.
Federführend bei den Verhandlungen mit möglichen Nachfolgern war die frühere
Holstein-Torfrau Christine Meyer die inzwischen Vorsitzende des Fördervereins
ist. Nachdem die sportlichen Kompetenzen und der finanzielle Rahmen mit Strunk
weitestgehend geklärt waren, gab auch die HSG durch ihren Handballobmann Uwe
Hartwig die Absichtserklärung einer Zusammenarbeit bekannt. „Wir sind natürlich
nicht glücklich, dass Tina bei uns ihre Sachen packt. Die Empfehlung des
Fördervereins liegt vor und wir wollen mit Strunk ins Geschäft kommen. Die
Modalitäten des Vertrages müssen noch geklärt werden“, stellte Uwe Hartwig
klar. „Wir greifen für die zweite Bundesliga an und dazu kann er hoffentlich
beitragen.“
Spätestens zum Kieler Woche Handball-Turnier der HSG Holstein soll die Tinte
unter dem Vertrag getrocknet und die Verabschiedung von Asmussen gleichzeitig
der Einstieg für Jan Strunk sein. „Ich habe mir meine Entscheidung nicht leicht
gemacht, denn eigentlich stand ich schon beim KMTV im Wort. Die Möglichkeit mich
sportlich zu verbessern wurde aber akzeptiert“, erläuterte der 34-Jährige
Rechtsanwalt, der in Kiel wohnt und sich in Bordesholm eine berufliche Existenz
aufbaut, seine Wechselabsichten.